Morlock nicht als Wahlkampfthema missbrauchen

22.01.2014

Autor: admin   |   Kategorie(n): BAC, Fanszene, Politik, Verein

Das Bündnis aktiver Clubmitglieder (BAC) kritisiert die jüngst über die Medien ausgetragene parteipolitische Diskussion um den Namen des Nürnberger Stadions. Seit 2006, als der unsägliche Name “Easy Credit”-Stadion entstand, tritt die aktive Nürnberger Fanszene für das “Max-Morlock-Stadion” ein. Ohne erkennbaren Anlass und nach mehreren Namensumbenennungen weckt nun der bayerische Finanzminister Marcus Söder plötzlich Hoffnungen, das Stadion werde künftig Max-Morlock-Stadion heißen und lanciert dies gezielt an die Presse.

Dabei weiß auch Herr Söder, dass bereits seit Jahren die Max-Morlock-Stadion-Kampagne leidenschaftlich dafür eintritt, das Stadion nach dem Idol des 1. FC Nürnberg zu benennen. Erst im vergangenen Jahr jedoch war ein neuer Sponsoren-Vertrag geschlossen worden. Das Stadion nennt sich seitdem “Grundig”-Stadion. Es erschließt sich nicht, weshalb Herr Söder nicht bereits vor dieser Namensgebung seinen Einfluss geltend machen konnte, zumal er auch damals Finanzminister war und die Finanzierungsmöglichkeit durch die staatseigene Lotto-Gesellschaft in die Wege leiten hätte können.

Nun gut, selbst wenn sich neue Realisierungsmöglichkeiten aufgetan hätten – statt medienträchtig Begehrlichkeiten zu wecken, hätten wir von dem Minister erwartet, zunächst einmal mit der Kampagne Max-Morlock-Stadion in Kontakt zu treten. Und: wir hätten erwartet, dass ein konkretes Konzept auf den Tisch gelegt wird, anstatt nur die Medien mit Schlagworten anzustacheln. So aber entsteht der Eindruck, dass kurz vor Beginn der heißen Phase des Kommunalwahlkampfs parteipolitisch Punkte gemacht werden sollen.

Ebenso wenig nachvollziehbar ist dem BAC allerdings die Reaktion des Oberbürgermeisters Maly. Dieser verweist als Antwort darauf, dass der Sponsorenvertrag noch bis 2017 laufe. Dies mag so sein. Es hindert die Stadt Nürnberg jedoch keineswegs, nach konstruktiven Lösungen zu suchen, anstatt auf Zeit zu spielen. Zumal die Stellungnahme des Oberbürgermeisters überholt ist, da seitens des aktuellen Sponsors in den Nürnberger Nachrichten darauf hingewiesen wurde, dass sich Grundig eine vorzeitige Auflösung des Vertrages vorstellen könne.

Die Politik ist in der Pflicht. Nach Auffassung des BAC zeigt die aktuelle Diskussion, dass eine Namensumbenennung durchaus möglich ist. Die Stadt als Eigentümerin des Stadions kann sich nicht weiter auf laufende Verträge berufen. Und auch nicht auf eine fehlende Finanzierbarkeit. Denn laut Söder gibt es ja durchaus Alternativen, die ein Max-Morlock-Stadion möglich machen könnten.

Wir erwarten daher, dass nunmehr konkrete Gespräche stattfinden. Statt den Namen unseres “Max Morlocks” für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen, fordern wir eine ernsthafte Erarbeitung von Modellen und zeitnahe Entscheidungen. Wir fordern hier auch Nachdruck seitens des 1. FC Nürnberg, der sich bisher stets nur darauf beruft, nicht Vertragspartner zu sein. Der 1. FC Nürnberg und seine Fans sind die Hauptnutzer des Stadions. Es ist ein Traditionsverein, der sich dieser Eigenschaft bewusst sein und dieser gerecht werden muss. Dies gilt erst recht für die Stadt Nürnberg, die sich stets nur auf die Notwendigkeit der Finanzierung des wenig zukunftsträchtigen Umbaus des Stadions in ein WM-Stadion zurück zieht. Das Nürnberger Stadion ist jedoch in erster Linie das Heimatstadion des 1. FC Nürnberg – und der ist seit knapp 114 Jahren das Wahrzeichen einer ganzen Region.

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