Leserbrief Stadioninnenraum-Komplettüberwachung

09.09.2013

Autor: Sandale   |   Kategorie(n): BAC

Hallo Glubberer,

das BAC hat in einem Leserbrief zu dem Thema Stadioninnenraum-Komplettüberwachung Stellung genommen.

Der Leserbrief wurde leider nicht veröffentlicht, wir möchten ihn Euch aber nicht vorenthalten:

 

Leserbrief zu folgendem Artikel vom 21.08.2013

FCN: Kamera-Überwachung für kompletten Stadioninnenraum

Weniger Zäune – Fans mit moderner Technik im Visier

Einen Artikel voller paradoxer Widersprüchlichkeiten hat sich ihr Herr Grewe da einfallen lassen. Nach der wohlfeilen und unbewiesenen Behauptung “Die Gewaltbereitschaft im Bundesligafußball nimmt zu” ergeht er sich einen Absatz lang darüber, dass “in jüngerer Vergangenheit die Ultras für kaum eine Enttäuschung gesorgt” hätten und die “Rückrunde der vergangenen Saison nahezu problemfrei” verlaufen sei. Ja, was denn nun?
Weil die Ultras so brav waren, wurden die Zäune vor den Stehplatzblöcken nun wieder zurückgebaut. Diese Maßnahme bezeichnet der für den Spielbetrieb zuständige Mann beim FCN, Daniel Kirchner, als “Vertrauensvorschuss”. Und weil er den Ultras so vertraut, ist nun “ein System von zwei mal 16 hochauflösenden Kameras” geplant. Schönes Vertrauen!

Da sich böse Buben aber auch woanders aufhalten könnten, kommen gleich alle Stadionbesucher in den Genuss der neuen Superoptik, die “den gesamten Stadioninnenraum permanent” abdecken soll, und zwar “von der Öffnung des Areals bis zur Schließung”. Trau keinem, der sich eine Eintrittskarte kauft!

Stellt sich allerdings die Frage, welche Straftaten eigentlich verhindert werden sollen? Pyrotechnik? Gab’s “daheim in jüngerer Zeit” von Seiten der FCN-Fans ohnehin nicht, teilt der Artikel mit. Ach so!
Aber was denn dann? War da bisher was?

Scheinbar wussten die “Besucher, die gerne einmal strafrechtlich in Erscheinung treten”, schon bisher, dass sie ständig abgefilmt werden. Na, dann scheint die alte Kameratechnik ja bestens ausgereicht zu haben!
Bleibt nur noch das Rätsel zu lösen, warum sich der FCN, der ansonsten mit dem Geld knausert, wo’s nur geht, “an den Kosten im sechsstelligen Bereich beteiligen” will. Schließlich ist er doch nur der Mieter und nicht der für die Ausstattung verantwortliche Betreiber des Stadions.

Weil es dem Verein außer um Prävention auch um die “Aufklärung von Straftaten” geht, sagt der Artikel. Aber die ist doch wohl immer noch Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, oder?
Um “vor möglichen Verbandsstrafen besser gefeit” zu sein, lautet ein anderes Argument. Vielleicht sollte man als Verein einmal den Mut aufbringen, gegenüber dem DFB die generelle Sinnhaftigkeit und Zulässigkeit dieser verschuldensunabhängigen Strafen zu hinterfragen, die elementaren Grundsätzen des deutschen Rechts widersprechen.