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viaNOgo! leider immer noch ein Thema beim FCN

14. Okt. 2013

VIANOGO

Leider müssen wir uns am Tag der Jahreshauptversammlung schon wieder zum lästigen Thema Viagogo zu Wort melden. Auf der FCN Homepage wird seit einiger Zeit damit geworben, dass man ein Freigetränk (Softdrink oder wahlweise Bier) für die Registrierung bei dieser dubiosen „Ticketbörse” erhält. Bereits registrierte Nutzer erhalten ebenfalls ein Getränk, sobald sie ihre Dauerkarte für eines der kommenden Heimspiele auf dieser Plattform anbieten.

Das gleiche Spielchen trieb man schon beim VFB Stuttgart. Allerdings erhielten potenzielle Dauerkarten Anbieter in diesem Fall eine Bratwurst im Brötchen. Ich hoffe, dass sich die Glubberer weiterhin an die fangeführten Ticketbörsen halten und sich nicht dem Ticket-Teufel zuwenden. Wir geben mittlerweile so viel von uns preis. Warum also sollte man Viagogo auch noch interessante Daten übermitteln? Und das für ein Kaltgetränk?!

Liebe Glubberer, wir hoffen, Ihr verzichtet dankend auf dieses ach so verlockende Angebot und ignoriert diesen legalisierten Schwarzmarkt. Viagogo ist ein absolutes NO GO!

Verkauft Eure Fußballseele nicht für ein paar Kröten!!

Nutzt folgende Links zu fangeführten NON PROFIT Kartentauschbörsen:

FACEBOOK Kartentauschbörse für FCN Fans

Kartentauschbörse im Glubbforum

Wir freuen uns, Euch heute Abend bei der Jahreshauptversammlung zu treffen. Wir werden ab ca 17:30 Uhr vor dem Eingang zu finden sein. Dort könnt Ihr Euch auch letzte Informationen zu Ralf einholen oder uns Eure Anliegen und Wünsche direkt zutragen.

Hansi Küpper im Interview (Teil 3)

30. Mai. 2013

Liebe Clubfans,

an dieser Stelle präsentieren wir Euch den dritten und letzten Teil unseres ausführlichen Interviews mit Hansi Küpper. Diesmal sprechen wir u. a. über das Sicherheitskonzept der DFL und über den Einfluss der Fans auf Fußballfunktionärsebene. Außerdem wendet sich der Hansi mit einem Appell an Euch.

Im Anschluss an das eigentliche Interview haben wir mit dem Hansi noch über die einige andere Dinge gesprochen. Dabei kam die Sprache auch auf die Thematik “Investoren im Fußball“. Den Gedankengang, den der Hansi hierbei geäußert hat, fanden wir so außergewöhnlich, dass wir ihn Euch ebenfalls noch präsentieren wollen. In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen!

Sowohl Klaus Allofs als auch Dieter Hecking sind während der laufenden Saison zum VfL Wolfsburg und damit zu einem Verein gewechselt, der zu den direkten Tabellennachbarn der früheren Arbeitgeber Nürnberg und Bremen gehört. Wie stehen Sie zu solchen Wechseln während der laufenden Saison? Wären Ihrer Meinung nach Sperrfristen o. ä. sinnvoll?

Ehrlich gesagt, habe ich mir zu diesem Thema noch keine abschließende Meinung gebildet. Einerseits gibt es ja den Grundsatz, dass jeder seinen Arbeitsplatz frei wählen kann. Und wenn sich die Vereine einig sind und es wie im Fall von Dieter Hecking eine Ausstiegsklausel gibt, dann sehe ich keinen Grund, einen Wechsel zu verbieten. Andererseits wäre  Read the rest of this entry »

Interview mit DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig

22. Feb. 2013

Hallo Glubberer,

Mitte Januar veranstaltete die Deutsche Akademie der Fußballkultur eine Podiumsdiskussion zum Thema “Sicheres Stadionerlebnis”. Am Rande dieser Veranstaltung hatten wir die Gelegenheit mit Andreas Rettig, dem neuen Geschäftsführer der Deutschen Fußballliga (DFL), zu sprechen. Das folgende Interview ist das Ergebnis dieses Gesprächs:

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1. Es scheint sich ja nun ein Dialog in Gang zu setzen, was ja sehr begrüßenswert ist. Wir sind natürlich neugierig wie Sie sich diesen Dialog vorstellen. Werden Dinge weiterhin entschieden und dann auf den gemeinsamen Treffen kommuniziert oder reden Sie vorher mit den Fans und lassen Punkte in Ihren Entscheidungen einfließen? Ersteres würde die Position derer schwächen, die auf Dialog und friedlichen Protest setzen und einen Dialog ad absurdum führen. Wie soll dieser Dialog in Zukunft aussehen?

A.R.: Zunächst ist es wichtig noch einmal klar festzuhalten, dass es Dialogplattformen gab und gibt zum Beispiel bei der AG-Fanbelange, der KOS oder auch im Rahmen der Regionalkonferenzen, die gerade sehr erfolgreich zu Ende gegangen sind. Darüber hinaus ist der intensive Austausch vor Ort, das heißt zwischen den Clubs und ihren organisierten Fans, ein ganz zentraler Punkt des Dialogs. Hier leisten viele Clubs sehr gute Arbeit.

Fest steht aber auch, dass es Entscheidungen gibt, welche die in der Verantwortung stehenden Personen fällen müssen, da es auch um Haftungsfragen und entsprechende Risiken geht. Und fest steht außerdem: Über die Themen Gewalt, Pyrotechnik und Rassismus wird es keine Gespräche geben.

 

2. Es gab aber im Rahmen der Debatte um Pyrotechnik schon mal einen Dialog. Der wurde dann allerdings einseitig abrupt beendet. Kann so etwas wieder passieren oder setzen Sie, auch wenn es mal schwierig wird, eher auf Kontinuität?

A.R.: Dialoge wird es auch in Zukunft weiterhin geben – wie gesagt allerdings nicht zum Thema Pyrotechnik.

 

3. Die DFL hat in ihrer Stellungnahme zur Mitgliederversammlung vom 12.12.2012 folgendes mitgeteilt: “Darüber hinaus wurden [im ursprünglichen Papier] aber auch eigene, im Abschlussbericht der Task Force Sicherheit nicht explizit genannte Vorschläge entwickelt, so z.B. die stärkere Einbeziehung der Expertise von Ligaverband und Clubs in die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses, die Erweiterung des Handlungsrahmens der Rechtsorgane des DFB, um den Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalls besser Rechnung tragen zu können, sowie in Sportgerichtsverfahren die stärkere Berücksichtigung der Bemühungen des Clubs, Täter zu identifizieren, und die stärkere Fokussierung auf mit dem Club erörterte Maßnahmen zur Prävention.”  
– Diese sollten jedoch nicht zur Abstimmung gestellt werden und wurden auch nicht explizit abgestimmt. Sie wurden aber auch nicht zurückgenommen.
– Werden die Vorschläge weiter verfolgt?
– Wenn ja, in welcher Form? Wer sind die Empfänger der Vorschläge?

A.R.: Der angesprochene Punkt ist im Rahmen von Antrag Nr. 15 durch die Mitglieder des Ligaverbandes beschlossen worden. Der Vorstand des Ligaverbandes hat dadurch den Auftrag erhalten, die Änderungen zusammen mit dem DFB zu erarbeiten. Beschließen kann jedoch nur der DFB-Bundestag, weil es sich um Änderungen der DFB-Satzung bzw. der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung handelt.

 

4. Zielt Antrag Nr. 15 i.V.m. S. 25 – 27 des ursprünglichen Papiers darauf ab, den Vereinen Auflagen und Weisungen durch die DFB-Sportgerichtsbarkeit zu konkreten Formen künftiger Kontrollen (bspw. auch Ganz-Körperkontrollen, Beschränkung von Kontingenten, Umlegung von Verbandsstrafen, Kollektivstrafen) beispielsweise in Form von Bewährungsauflagen zu erteilen?

A.R.: Nein.

 

5. Fordert die DFL weiterhin beschleunigte Verfahren der Justiz, Auskünfte der Polizei über laufende Ermittlungsverfahren etc.?

A.R.: Langwierige juristische Verfahren in der Folge von Straftaten im Zusammenhang mit Fußballspielen sind aus unserer Sicht nicht zielführend. Eine konsequente und täterorientierte Aufklärung steht für uns im Vordergrund – und zwar je schneller desto besser.

 

6. Maßnahmen wie Stadionverbote und Platzsperren für Auswärtsfans haben sich nicht bewährt bzw. lassen sich nur unter hohem Aufwand durchführen, warum werden sie trotzdem weiter verfolgt? Zeigt das nicht auch eine Art Hilflosigkeit, weil man nicht weiß, wie man mit den „sogenannten Fans“ umgehen soll?

 

A.R.: Wie gesagt: Die täterorientierte Aufklärung steht für uns im Vordergrund, so lassen sich Kollektiv-Strafen vermeiden. Letztlich sind dies aber Fragen, die der DFB-Kontrollausschuss bzw. das DFB-Sportgericht beantworten muss. Diese Gremien stehen diesbezüglich in der Verantwortung.

 

7. Bei der Podiumsdiskussion hier in Nürnberg wurde auch die Polizeistrategie angesprochen und Hannover lobenswert erwähnt. Inwieweit hat hier die DFL Einflussmöglichkeiten?

A.R.: Polizei und Ordnungskräfte stehen in einem engen Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. Die Einsatzplanungen für ein Spiel beginnen bereits Wochen im Voraus. Grundsätzlich steht es uns aber nicht zu, die Arbeit von ausgebildeten Polizisten in Frage zu stellen.

 

8. Durch die Aufregung um das Sicherheitspapier sind andere wichtige Sachen etwas in den Hintergrund getreten, aber nichtsdestotrotz bewegen sie uns Fans genauso.
Bei 1860 München nimmt der Investor Einfluss auf Personalentscheidungen, indem er die Ablösung des bisherigen Präsidenten fordert  und einen Trainer nach seinen Wunschvorstellungen installieren wollte.
Bei einem anderen Verein wurde ein Spieler gegen den Willen des Trainers verkauft.
Wolfsburg hat anscheinend unendlich Geld für Spielereinkäufe.
Wie sieht die DFL diese Vorgänge? Wird 50 + 1 langsam ausgehöhlt?

A.R.: Nein. Auch im Falle des TSV 1860 München hat sich die 50+1-Regel bewährt. 50+1 gehört zur deutschen Fußball-Kultur ebenso wie Stehplätze und der Kernspieltag am Samstag um 15:30 Uhr.

 

9. Ein Verein mit viel Geld wirbt in der Winterpause einem Tabellennachbarn mit weniger Geld den Trainer ab. Ist das eine Art Wettbewerbsverzerrung und wäre es nicht sinnvoll, einen Wechsel von Schlüsselpersonal innerhalb einer Saison zu untersagen?

A.R.: Ich bin ein großer Befürworter von Demokratie und einem selbst bestimmten Leben. Dazu gehört für mich auch die freie Wahl des Arbeitsplatzes. Dieses Grundrecht bei der Jobwahl des Trainers oder Managers zu beschneiden, sehe ich kritisch.

 

10. Die zerfledderten Spieltage mit den unterschiedlichen Anstoßzeiten sind vielen Fans ein Dorn im Auge, vor allem wenn Spiele wie Bremen – Nürnberg oder Nürnberg – Hamburg auf einen Sonntag gelegt werden. Könnte man hier nicht den Fans entgegen kommen und Spiele mit größeren Entfernungen an Samstagen stattfinden lassen?

A.R.: In der Bundesliga ist der Kernspieltag nach wie vor am Samstag. An einem Regel-Spieltag mit neun Begegnungen sprechen wir von drei Tagen und fünf Anstoßzeiten. In der Bundesliga gibt es weder Spiele am Vormittag noch um 22.00 Uhr, wie es beispielsweise in Spanien der Fall ist. Samstags werden fünf Partien zeitgleich um 15:30 Uhr ausgetragen.

Die zeitgenaue Terminierung hängt von sehr vielen Parametern ab. Beispielsweise gibt es Regeln, die die in den internationalen Wettbewerben vertretenen Clubs betreffen, sich aber unmittelbar auf alle Clubs auswirken. Darüber hinaus ist es auch wichtig, die Anforderungen der Polizei zu berücksichtigen. Sie können mir glauben: Wir versuchen allen – in Absprache mit den Clubs insbesondere auch denen der Fans – bestmöglich gerecht zu werden. Vor den genannten Hintergründen wird es aber immer auch mal wieder auch zu einzelnen Härtefällen kommen.

 

11. Stadien werden auf dem Acker gebaut (man bekommt so nichts mehr von der Stadt mit), Spieler bleiben nur noch wenige Jahre bei einem Verein, alles wird vermarktet und der Fußball wird zum Event.
Müssen wir uns von dem Fußball, den wir kennen verabschieden und wohin geht der Weg?

A.R.: Die vielen modernen Stadien, die wir heute haben, sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Attraktivität der gesamten Liga und für jeden einzelnen Club – und übrigens, speziell im Hinblick auf Sicherheits- und Komfortaspekte, auch für die Fans. Dabei gilt es, Werte und Traditionen zu bewahren und sich auf dieser Basis für die Zukunft aufzustellen. Denn für mich ist ein Bundesliga-Spiel immer noch ein Bundesliga-Spiel. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob jeder Eckball einen eigenen Presenter haben muss. Das entscheiden am Ende aber die Verantwortlichen der Clubs.

 

12. Beim 1. FC Nürnberg sitzen zwei gewählte Fanvertreter im Aufsichtsrat, ohne dass es großartige Skandale gibt. Wie sieht das der Geschäftsführer der DFL, dass Fans mitreden, ja sogar mitbestimmen wollen?

A.R.: Das sind Entscheidungen, die die Clubs bzw. deren Mitglieder treffen. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass sich alle in den Dienst der Sache stellen.

Wir bedanken uns auf diesem Wege nochmals recht herzlich bei Herrn Rettig! Außerdem weisen wir – wie mit den Verantwortlichen der DFL vereinbart – ausdrücklich darauf hin, dass das Interview nur als Ganzes zitiert werden darf und dass ein solches Interview in diesem Umfang ein Einzelfall bleiben wird!