Archiv für September, 2014

Stellungnahme zum Antrag „Briefwahl“

23. Sep. 2014

Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des 1. FC Nürnberg hat ein Mitglied beantragt zu beschließen, dass die Satzungskommission einen neuen Satzungstext erarbeiten soll, der die Briefwahl bei der Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern ermöglichen soll. Wir halten die Einführung der Briefwahl nicht für eine Stärkung der demokratischen Rechte der Mitglieder, sondern vielmehr für eine Schwächung.

Natürlich ist es für Mitglieder, die weiter vom Veranstaltungsort entfernt wohnen, mit  Aufwand verbunden, an der Versammlung teilzunehmen. Es geht jedoch um eine Sitzung, die einmal im Jahr stattfindet und lange Zeit im Voraus bekannt ist.

Es schwächt die Rechte der Mitglieder, wenn nicht das gesprochene Wort in der Jahreshauptversammlung den Ausschlag für die Wahlentscheidung gibt, sondern ein vorverlagerter Wahlkampf, bei dem die Mitglieder wohl oder übel mit Wahlkampfmaterialen, Postsendungen etc. überschüttet werden würden. Wer da viel Geld investieren kann, der kann sich auch den vermeintlich besten Wahlkampf leisten.

Aber ist er deshalb der richtige Kandidat? Wir möchten, dass sich die Kandidaten persönlich in der Versammlung vorstellen müssen, dass sie Rede und Antwort stehen müssen.

Wir möchten nicht, dass der gesamte Wahlkampf über Wochen in die Öffentlichkeit getragen wird und die Medien noch stärkeren Einfluss auf unsere Entscheidungen nehmen. Schon jetzt ist es problematisch, dass ständig interne Belange des Vereins in der Öffentlichkeit breit getreten werden.

Man kann die Wahl des Aufsichtsrats des 1. FC Nürnberg auch nicht mit Wahlen zum Landtag oder Bundestag vergleichen. Dort gibt es monatelange öffentliche Wahlkämpfe. Wenn man das möchte, kann man zu Wahlkampfveranstaltungen gehen und sich Kandidaten anhören und befragen. Dies ist bei den jährlich stattfindenden Aufsichtsratswahlen des 1. FC Nürnberg dagegen völlig unrealistisch und für die Mitglieder mit mindestens ebenso großem Aufwand verbunden, wie die Mitgliederversammlung zu besuchen.

Zumal die Befürworter der Briefwahl verkennen, dass auch die Bedeutung der Mitgliederversammlung hierdurch erheblich geschwächt würde. Bei der Mitgliederversammlung werden jedoch über die Wahlen hinaus noch weitere sehr wichtige Entscheidungen getroffen.

Selbstverständnis – FCN-Verantwortliche missbrauchen Fanbeirat

17. Sep. 2014

m Mittwoch, 03.09.2014, wurde auf der FCN-Homepage ein sogenanntes Selbstverständnis veröffentlicht, nachzulesen unter: http://www.fcn.de/news/artikel/selbstverstaendnis-1-fc-nuernberg-und-seine-fans/   Darin heißt es:

„Im Zuge der Aufarbeitung von Vorkommnissen im Zusammenhang mit Anhängern des 1. FCN hat der Verein ein Selbstverständnis ausgearbeitet. Dieses Selbstverständnis dient als Leitbild für alle Fans des 1. FCN und wurde dem Fan-Beirat bei der letzten Sitzung vorgestellt.“

Es ist richtig, dass dieses Leitbild dem Fanbeirat vorgestellt und mit ihm diskutiert wurde, jedoch konnte sich von Seiten des Fanbeirates nicht jeder damit anfreunden. Das Selbstverständnis wurde im Fanbeirat sehr kontrovers diskutiert, was auch so protokolliert wurde. Eine Veröffentlichung im Namen des Fanbeirats und sogar die bloße Erwähnung des Fanbeirats im Zusammenhang mit diesem Selbstverständnis wurde von dessen Mitgliedern abgelehnt.

Wie jedoch nicht anders zu erwarten, schrieben aufgrund der Veröffentlichung durch den 1. FCN am 04.09.2014 die Nürnberger Nachrichten von einem „Leitbild, das er [der 1. FCN] nach Absprache mit seinem Fan-Beirat veröffentlicht hat“. Genau so war die Meldung des 1. FC Nürnberg auch zu verstehen gewesen! Durch das anscheinend bewusste Weglassen des Ergebnisses der Vorstellung im Fanbeirat wurde in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, dass alle Anwesenden damit einverstanden gewesen wären.

Inhaltlich kann man über ein sogenanntes Selbstverständnis viel diskutieren. Braucht man so etwas überhaupt, weil diese Dinge ja bereits in der Stadionordnung / dem StGB / dem BGB geregelt sind? Was ist dann mit Sachverhalten wie Sachbeschädigung, Beleidigung, Steuerhinterziehung etc.?  Mehr als Augenwischerei ist das Papier nicht, das ist wohl jedem, der es liest, durchaus bewusst.

Nicht akzeptabel ist es, dass der Fanbeirat durch diese Meldung missbraucht und die dort geübte Kritik übergangen wird. Der Wunsch, dass sich „Fans und Verein übereinstimmend verhalten“, ist nicht nur sprachlich schräg formuliert, sondern bereits durch die Art und Weise der Veröffentlichung durch den Verein ad absurdum geführt.

Abgesehen davon soll durch die Formulierung, das Selbstverständnis sei „im Zuge der Aufarbeitung von Vorkommnissen“ ausgearbeitet worden, der Eindruck vermittelt werden, das Selbstverständnis sei als Reaktion auf das neulich stattgefundene Derby erarbeitet worden. Dies trifft jedoch nicht zu, da es bereits im Januar 2013 wortgleich so ausformuliert worden war.

Wir stellen uns die Zusammenarbeit mit dem Verein im Fanbeirat anders vor.

Quelle: BAC und RSH