Archiv für August, 2013

Die Farbenlehre des 1. FC Nürnberg

30. Aug. 2013

Farbenlehre des 1. FC Nürnberg: Weshalb wird die Satzung missachtet?

 

Ob Briefpapier, Homepage oder Spielerbus, in den letzten Monaten hat der FCN in der Außendarstellung die Vereinsfarben fast durchgängig geändert. Aus dem „rot-weiß“ wurde ein „weinrot-weiß“.

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Quelle: www.fcn.de

Das kann man schön(er) finden oder auch nicht. Der Satzung entspricht das Vorgehen des Vereins jedoch nicht. Denn dort sind die Vereinsfarben festgeschrieben (§ 5):

Die Vereinsfarben sind rot (HKS 14, RAL 3020)–weiß (HKSrein weiß, RAL 9010).

 

Erst in der letzten Jahreshauptversammlung wurde eine Korrektur vorgenommen, weil man festgestellt hatte, dass eine RAL-Ziffer falsch angegeben war. Die Farben als solches sollten jedoch nicht verändert werden, begründete der Vorstand ausdrücklich den Satzungsantrag. Und Aufsichtsratmitglied Hanns-Thomas Schamel erläuterte im Rahmen einer Präsentation, in der er sich für ein einheitliches „Club-Rot“ aussprach, dass man hierzu die Satzung ändern müsse.

Darauf wollte man offenbar am Valznerweiher aber nicht warten und änderte durchgängig das „rot“ in ein „weinrot“. Dabei ist dem Vorstand die Satzungsregelung wohlbekannt. Nachvollziehbar ist dieses Vorgehen jedoch nicht. Denn das Recht zur Änderung der Satzung steht ausschließlich den Mitgliedern zu. Und wenn es eine Satzungsregelung gibt, dann muss diese eben auch eingehalten werden.

Mancherorten wird diskutiert, dass die Satzung die Änderung erlaube. Denn dort werden auch die sogenannten „Traditionsfarben für den Spiel- und Sportbetrieb“ geregelt. Briefpapier, Homepage usw. haben mit dem Spiel- und Sportbetrieb aber nichts zu tun. Zumal die Traditionsfarben gar nicht weinrot-weiß sind, wie manche suggerieren. Vielmehr lauten diese

weinrot (HKS 16, RAL 3003)–schwarz (HKS 88, RAL 9005).

 

Um nicht falsch verstanden zu werden: Das BAC ist weder für noch gegen eine Änderung der Vereinsfarben. Sondern es tritt dafür ein, dass die Satzung und die Rechte der Mitglieder beachtet werden. Wer die Vereinsfarben ändern will, muss erst die Mitglieder entscheiden lassen und darf dann handeln. Falls diese eine Änderung überhaupt wollen.

Unerträglicher Akustik-Smog im Max Morlock Stadion

22. Aug. 2013

Hach, ist das schön, nochmal in alten Artikeln zu schmökern. In diesem hier durften wir den 1. FC Nürnberg letzte Saison aus vollem Herzen loben: Nach endlosen Diskussionen und peinlichen Fehltritten wurde das Kapitel Torhymne im Nürnberger Stadion endlich beendet – so dachten wir zumindest.

Beim Heimspiel gegen Berlin letzten Sonntag wurden wir aber schmerzlich eines Besseren belehrt. Nach den Toren schallte es minutenlang ohrenbetäubend unverständliches Gebrabbel – hinterlegt mit peinlichen Disco-Beats – aus den Boxen. Erneut lässt der Verein also jegliches Fingerspitzengefühl und guten Geschmack aufs Stärkste vermissen.

Nachdem durch den sehr befremdlichen Torhymnen Wettbewerb letzte Saison bereits ein Aufschrei durch alle Bereiche der Nürnberger Fans ging und der Verein sich massiver Kritik ausgesetzt sah, wurde auch dieses Mal im Übrigen keiner unserer beiden Fanaufsichtsräte im Vorfeld auch nur informiert. Offensichtlich ist man in der Chefetage der Ansicht, dass eine Torhymne die Fans nicht betrifft, oder aber man denkt, über eine fundiertere Expertise oder einen besseren Geschmack zu verfügen als die Aufsichtsräte, die Ihr ganzes Leben in Mitten der Fans verbracht haben und binnen Stunden ein weitreichendes und repräsentatives Meinungsbild einholen hätten können. Und was noch viel entscheidender ist: Hier ignoriert der Verein ausserdem das deutliche  Meinungsbild der letzten Mitgliederversammlung.

Auch das Zugeständnis während der letzten Saison, nur die Gegengerade und Haupttribüne zu beschallen, denen die Torhymne angeblich so am Herzen liegen würde, wurde nicht eingehalten. Stattdessen prasselte der unerträgliche Lärm lauter und länger als je zuvor auf die Kurven ein und erstickte die ureigenste Emotion eines Fußballfans, nämlich die Freude an einem Tor seines Vereins, umgehend und unmittelbar.

Erneut setzt man sich also schlechter Presse und massiven Unmut der Fans aus, anstatt sich vorher abzusprechen und so einen weiteren peinlichen Fehltritt zu vermeiden. So titeln beispielsweise die Nürnberger Nachrichten „”Dressierte Affen”: Torhymne sorgt für Kopfschütteln bei Clubfans“ und auch im Glubbforum machen Fans aller Coleur ihrem Unmut Luft.

Wie auch letzte Saison stellt das BAC die unmissverständliche Forderung nach einer sofortigen Abschaffung der Torhymne! Jetzt und für immer! Wir sind keine dressierten Affen. Offensichtlich ist man beim FCN nicht gewillt, solche gravierenden und wichtigen Einschnitte in das Fantum zu besprechen und missachtet bewusst Meinungsbilder unter den Fans, die unmissverständlich an den Verein herangetragen wurden.

Wir fordern: Die Zeit unmittelbar nach dem Tor gehört den Fans. Nürnberg braucht nicht wie München eine künstlich geschaffene Party, die aus den Boxen tönt, wir verfügen sehr wohl über eine mündige und großartige Fanszene, die auch von den Verantwortlichen endlich respektiert und ernst genommen werden muss! 

Wir fordern abschließend nochmals: Keine Torhymne im Max Morlock Stadion! Lasst die Fans feiern!