Archiv für Mai, 2011

Auswertung der Fanumfrage

17. Mai. 2011

Hallo Glubberer!

Wie viele von Euch wissen, haben wir im Frühjahr diesen Jahres unter dem Titel „Was läuft gut beim 1. FC Nürnberg, was schlecht?“ eine große Fanumfrage durchgeführt. In der Zeit vom 03.03. bis 10.04.2011 konntet Ihr über unsere Internetseite www.clubmitglieder.com, per Mail oder direkt im Stadion (FCN-St. Pauli, FCN-Werder Bremen und FCN-München) an uns herantreten und Eure Meinung zum Stadion, zu Fanartikel und vielem mehr loswerden. Mehrere hundert Fans haben sich auf die ein oder andere Weise an der Umfrage beteiligt. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön!

Nun dürfen wir Euch eine Zusammenfassung der Ergebnisse präsentieren.

Zuerst zu den positiven Aspekten:

Das Sicherheitspersonal wurde bis auf wenige Ausnahmen durchwegs positiv erwähnt, die Freundlichkeit wurde gelobt ebenso die Kompetenz. Weiter so!

Viel Lob und Anerkennung gab es natürlich auch für unsere erste Mannschaft: die gerade zu Ende gehende Saison 2010/11 hat den Glubberern einfach Spaß gemacht! Diesem Lob schließen wir uns gerne an. Hoffen wir, dass die Mannschaft auch in der nächsten Saison mit unserer Unterstützung eine ähnlich tolle Leistung wie in dieser Saison abliefern kann! Auf geht’s Nürnberg!

Ebenfalls wurde sehr oft positiv hervorgehoben, dass die Verantwortlichen des 1. FC Nürnberg die hier vorliegende Meinungsumfrage überhaupt auf dem Gelände des Stadions zugelassen haben. Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich beim Verein! Es ist nicht selbstverständlich, dass man einer so breiten Öffentlichkeit die Chance einräumt, völlig frei die eigene Meinung und Kritik zu äußern.

Nun zu den Punkten, die negativ bewertet wurden:


Bewirtschaftung / Catering und Getränke im Allgemeinen:

Wie beim Blick auf das Diagramm sofort deutlich wird, wurde innerhalb unserer Umfrage zuallererst die Stadiongastronomie, das sog. „Catering“, kritisiert. Eine Vielzahl der Fans bemängelte die viel zu hohen Getränkepreise, die oftmals nur mäßige Qualität der Speisen und Getränke sowie die langen Wartezeiten an den Verkaufsständen. Die Anhänger haben also das Gefühl, dass ihnen das zuständige Unternehmen (die Firma ARAMARK) schlechte Qualität und schlechten Service zu deutlich überteuerten Preisen anbietet. Als einzig positiver Punkt wurde in diesem Zusammenhang die Vielfalt des Angebots angeführt.

Natürlich haben wir überlegt, was wir als B.A.C. tun können, damit das Cateringangebot im Stadion verbessert wird. So haben wir beispielsweise zur Fanszene des HSV Kontakt aufgenommen, da auch im Neuen Volkspark das Catering von Aramark durchgeführt wird. Erstaunlicherweise waren die Hamburger Fans sehr zufrieden mit dem Unternehmen und konnten unsere Erfahrungen nicht teilen.

Natürlich werden wir versuchen, uns möglicht bald mit den Verantwortlichen von Aramark zusammenzusetzen. Innerhalb dieses Gesprächs wollen die Ergebnisse unserer Umfrage vorlegen und erfragen, wie sich die hohen Preise zusammensetzen und wie sich die langen Schlangen erklären lassen. Vielleicht findet sich ja sogar eine Lösung für das ein oder andere Problem, wenn wir einfach mal aus Fansicht erklären, wo der Schuh drückt. Der Verein hat übrigens ebenfalls reagiert: In Kürze werden sich die Verantwortlichen des FCN mit den Vertretern des Unternehmens zusammensetzen. Selbstverständlich ist auch unser Mann, Ralf Peisl, an diesen Gesprächen beteiligt.

Ähnlich oft wie die Bewirtschaftung wurde kritisiert, dass es nahezu unmöglich ist, selbst Getränke zu den Heimspielen mitzubringen. Die aktuelle Regelung besagt, dass das „Mitführen von eigenen und mitgebrachten Getränken […] nur in TetraPak-Verpackungen bis zu einer Größe von 0,5 l pro Person erlaubt“ ist (Stadionordnung §4). Insbesondere Familien, die mit Kindern zum Club fahren, kritisieren (auch in Hinblick auf die aktuellen Getränkepreise), dass die erlaubte Menge von nur 500 ml Flüssigkeit pro Person deutlich zu gering sei. Ebenso wurde das Beharren auf der Verpackungsform „Tetrapak“ negativ bewertet, schließlich seien PET-Flaschen heute deutlich verbreiteter und – zumindest was die mit 25 Ct bepfandeten Flaschen anbetrifft – nicht schwerer als TetraPak-Kartons. Ein zusätzliches Sicherheitsrisiko (Wurfgeschosse) sei folglich nicht gegeben. Darüber hinaus beschwerten sich v. a. viele ältere Club-Fans, dass ihnen untersagt werde, im Winter Thermoskannen mitzubringen.

Wir werden dieses Problem an den Sicherheitsverantwortlichen weitertragen, mit Ihm diskutieren und Euch das Ergebnis mitteilen.

Stadion allgemein:

An zweiter Stelle befindet sich der Sammelpunkt „Stadion“. Hier wurde all das zusammengefasst, was mit Einlass, Eintrittskarten, Blockgröße, Max Morlock-Stube, etc. zu tun hat.

So wurde überraschend oft bemängelt, dass die Max Morlock-Stube geschlossen und zum Service-Center umgebaut wurde. Dieser Treff, obwohl erst wenige Jahre alt, war für sehr viele Fans zur Institution geworden, sei es um kurz vor Spielbeginn in gemütlicher Atmosphäre mit Bekannten zu quatschen oder sei es um sich im Winter aufzuwärmen. Auch die Spielberichte wurden nach Abpfiff dort immer von vielen Glubberern verfolgt. Warum also musste die Stadionkneipe einem Service Center weichen? Und warum gibt es bis dato keine (uns bekannten) Planungen für eine ähnliche Alternative?

Ein weiteres Thema, das besonders häufig den Unmut der Anhängerschaft hervorruft, ist das sog. Ticketing des 1. FCN, also all das, was mit der Abgabe von Eintrittskarten zu tun hat.
Vor allem für auswärtige Fans ist es völlig unverständlich, warum es beim Glubb kein „Print at home“-Verfahren gibt. Die Fans wünschen sich, dass – ähnlich zum Fahrkartenverkauf bei der Deutschen Bahn oder der VAG – die Möglichkeit geschaffen wird, Karten, die online erworben werden, bequem daheim auszudrucken; schließlich geht es beim Stadioneinlass nur noch nur um den Strichcode auf der Karte.
Auf diese Weise würde man sich gleich die lästigen und – völlig zu Recht – oftmals angeprangerten zwei Euro „Hinterlegungsgebühr“ für im Service Center abzuholende Karten sparen. Diese fragwürdige Gebühr muss entweder besser begründet bzw. erklärt oder aber abgeschafft werden! Für Selbstabholer dürfen keine Zusatzgebühren anfallen!
Außerdem sollte es Dauerkartenbesitzern ermöglicht werden, bei zusätzlichen Spielen (DFB-Pokal, Relegation etc.), ihre Plastikkarte per Überweisung des Eintrittspreises für diese Partien freizuschalten. Durch den Einsatz solcher „Self-Service Technologies“ könnte sich der FCN Personalkosten und die Fans Zeit und Nerven sparen.

Bemängelt wurden außerdem die hohen Topspiel-Zuschläge, die bei Heimspielen gegen (vermeintlich) besonders interessante Gegner fällig werden. Zwar fordern die Fans keinesfalls, diese Spiele wie „normale“ Spiele zu behandeln, schlagen aber eine Alternative zu plumpen Preisaufschlägen vor, nämlich sog. „Ticket Pakete“: Beispielsweise wurde angeregt, dass Eintrittskarten für die Partie gegen die „roten Münchner“ nur dann erworben werden können, wenn zeitgleich Karten für zwei weitere Heimspiele abgenommen werden. Dies hätte den Vorteil, dass gleich drei statt einem Heimspiel ausverkauft wären.
Grundsätzlich sähen es die Anhänger gerne, wenn Restkarten für nicht ausverkaufte Spiele an Nürnberger Schulen und Jugendeinrichtungen verteilt würden. Gerade in Hinblick auf die Akquise neuer Fans erscheint uns dieser Vorschlag als äußerst sinnvoll.

Stadionzutritt: Einige wenige Fans beschwerten sich über die Wartezeiten am Eingang. Dennoch fassen die meisten Glubberer die Personenkontrollen als ein manchmal lästiges, aber notwendiges „Übel“ auf.

Tabakgenuss: Ganz vereinzelt sprachen sich Fans für ein komplett rauchfreies Stadion aus.

Ein weiterer Punkt, der unserer Umfrage zufolge von den Stadionbesuchern sehr kritisch gesehen wird, ist die Beschallung im Stadion. Unserem subjektiven Empfinden nach hat der Verein bzw. der Medienpartner Radio Gong die bisher übliche Praxis während der Rückrunde bereits geändert, sodass die Beschallung nach einem Tor und vor allem nach Abpfiff erheblich leiser geworden ist. So kann sich die Stimmung in der Kurve besser entfalten und es konnten in jüngster Vergangenheit einige Siege in der Nordkurve angemessen gefeiert werden!
Viele äußerten sich auch zum Stadionsprecher Guido Seibelt. Kritikpunkte sind hier das „reinquatschen“ in die Vereinshymne sowie – am häufigsten genannt – der Spruch „Wir – sind der Club“. Viele sprechen sich dafür aus, dass der Dialog entweder anders aufgeteilt– konkret: Guido: „Wir sind“, Fans: „der Glubb“ – oder aber wieder durch das alte „Danke“ „Bitte“ ersetzt wird.

Als letztes in der Kategorie „Stadion“ soll auch die oft kritisierte Situation der Gästefans angesprochen werden: Nicht wenige sprachen sich ganz klar gegen Materialverbote und für gleiche Rechte auch für Gästefans aus. Stimmung sollte von beiden Seiten angeheizt werden; mit einer tristen Gästekurve ist niemandem geholfen.
In der Südkurve beheimatete Umfrageteilnehmer bemängelten, dass sie beim Betreten und Verlassen des Stadions in direkten Kontakt mit den Gästefans kämen. Dies sei nicht selten problematisch. Viele wünschen sich auch deshalb eine Zugangsmöglichkeit zu ihren Blöcken über die Haupttribüne. Wir werden die entsprechenden Umfragezettel dem Verein vorlegen und wir hoffen, dass die Situation bald verbessert werden kann.

Fanartikel / Merchandise:

An dritter Stelle befinden sich mit gut 15% der Negativmeinungen das Thema FCN-Fanartikel.

Kreativlosigkeit wird den Verantwortlichen hier vorgeworfen.

Auch die Fanshops schneiden nicht gut ab, da viele Artikel nicht auf Lager sind und man meistens drei, viermal hinmuss, damit man die gewünschte Ware kaufen kann. Ebenso wird die Aufteilung / das Ambiente der Shops bemängelt, der Laden in der Ludwigstraße wird oft als überladen bezeichnet, der am Valznerweiher als zu klein und nicht zeitgemäß.

Ein weiteres großes Manko ist die Verfügbarkeit der FCN-Fanartikel. Sieht man mal von Internet und Katalogbestellung ab, so hat man außerhalb der Fanshops (und vielleicht noch des Adidas Shops) ziemlich große Schwierigkeiten, an FCN-Fanartikel zu kommen. Exemplarisch hier ein Teil eines Beitrags, der die Kritikpunkte am Merchandising zusammenfasst:

Das meiste im Fanshop sieht nicht nur total überladen aus, sondern hat auch eine miese Qualität und ist trotz allem noch sehr teuer. Auf jedes T-Shirt muss scheinbar noch “Wir sind der Club” geklatscht werden, egal wie unpassend das auch ist. Das 110-Jahre-Shirt war bspw. nach zweimaligem Waschen schon ziemlich abgewaschen. Über die “Stadionknüller” braucht man gar nicht erst zu reden: „Schrott, den sonst kein Mensch kauft“ würde es wohl besser treffen, lediglich die reduzierten adidas-Artikel zu Saisonende sind gute Angebote. Häufig sind es auch Sachen, die überhaupt nicht tauglich sind, um sie nach dem Kauf mit ins Stadion zu nehmen, bspw. eine Hissfahne. Deshalb sollten diese Sachen auch am Spieltag in den beiden Fanshops zum gleichen Preis verkauft werden.
Außerdem sind die beiden Fanshops zu klein, Valznerweiher sowieso, aber auch in der Ludwigstraße muss man ständig ausweichen sobald 20 Leute im Laden sind. Im Übrigen sollte man auch außerhalb von Nürnberg deutlich mehr Fanartikel anbieten; unmöglich, dass in Würzburgs Sportläden und -abteilungen z.B. Trikots von der mexikanischen Nationalmannschaft hängen, man aber Glubbtrikots vergeblich sucht. Auch die Kartenvorverkaufsstellen sind zu wenig, einige fränkische Städte bleiben da bisher ungenutzt.

[Interneteintrag vom 10. April 2011]

Die Fanshops im Stadion sollten außerdem mit einem Kassensystem ausgestattet werden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Vergünstigungen für Mitglieder im Stadion nicht gelten können.

Verkehrsmittel:

Jeder zwanzigste Befragte beschwerte sich über die An- und Abreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Meist seien zu wenig Züge und Anschlusszüge vorhanden und das Gedränge vor und nach dem Spiel groß. Leider ist der Verein in diesem Punkt auf die Kooperationsbereitschaft und das Entgegenkommen der Deutschen Bahn AG angewiesen. Die Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren – man denke an die Diskussionen, ob die aus Neumarkt kommende S3 am Frankenstadion hält – als äußerst schwierig erwiesen.

Darüber hinaus wird gefordert. den Zeitrahmen zu erweitern, in dem die Eintrittskarte als Fahrkarte genutzt werden kann. Viele Fans kommen von außerhalb und wollen den Tag in Nürnberg verbringen, reisen also schon früh an, gehen dann zum Beispiel noch etwas essen oder in den Tiergarten. Zu diesem Zeitpunkt ist es ihnen jedoch untersagt, die Eintrittskarte als Fahrkarte zu nutzen. Warum kann die Eintrittskarte nicht den kompletten Tag als Fahrkarte genutzt werden, warum nur bis drei Stunden vor dem Spiel?

Sponsoren:

Bezüglich des Sponsorings sprachen sich etwa gleich viele Befragte gegen den aktuellen gesponserten Stadionnamen und gegen Hauptsponsor Areva aus. Diese Punkte wurden jüngst in den Medien kontrovers diskutiert. So gab es bereits einen öffentlichen Diskussionsabend sowohl zum Thema Stadionnamen, an dem auch Martin Bader anwesend war, als auch zum Hauptsponsor. Darüber hinaus hat eine kleine Gruppe von Aktivisten vor Kurzem öffentlichkeitswirksam für die Beendigung des Engagements von Areva protestiert. Wir meinen also, dass diesem Themen auch ohne unser Zutun bereits genüg Aufmerksamkeit zukommt. den

Ordner:

Rund 5 % der Befragten kritisierten auch den oben ausgiebig gelobten Ordnungsdienst. Die Kritik bezieht sich meist auf die Wartezeiten bei den Körperkontrollen. Darüber hinaus sprechen sich viele auch für „Kurvenordner direkt aus der Kurve“ aus – ein Modell das in mehreren deutschen Stadien schon funktioniert und bei uns sicher auch möglich wäre.
Außerdem wird vereinzelt der „Aufmarsch“ der Ordner kurz vor Spielende im Innenraum des Stadions bemängelt. Wie gesagt, überwiegen aber die positiven Äußerungen bzgl. des Sicherheitspersonals deutlich.

Mitgliederzahlen:

Einige Befragte zeigten sich wegen der niedrigen Mitgliederzahlen des 1. FC Nürnberg besorgt. Es gingen beispielsweise Vorschläge ein, eine Mitgliedschaft in einem Fanclub mit einer Vereinsmitgliedschaft zu verbinden. Wie viele von Euch sicherlich schon gehört haben, hat der Verein auf diesen Punkt bereits reagiert und macht zur Zeit verstärkt auf sich und eine mögliche Mitgliedschaft aufmerksam.

Öffentlichkeitsarbeit:

Weiterhin wurde die Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung des FCN, aber auch der Umgang der Medien mit dem FCN bemängelt. Besonders stark wurde der Bayerische Rundfunk kritisiert, der den Club nach Auffassung der Fans deutlich vernachlässigt. Es wurde begrüßt, dass Martin Bader sich in dieser Saison endlich einmal zur Wehr gesetzt hat! Dennoch wünschen sich die Fans mehr Engagement gegen solche Benachteiligungen und im Zweifelsfall auch einen Boykott der entsprechenden Sportsendung.

Zum Schluss:

Im Zuge der Umfrage erreichten uns zudem auch sehr viele persönliche Fragen, Anregungen, aber auch Schilderungen von Problemen und Missständen, für die wir uns ebenso recht herzlich bedanken möchten. Auch wenn es durch die Fülle der eingegangenen Meldungen etwas dauert, so wollen wir diese auch persönlich beantworten bzw. uns explizit mit den geschilderten Themen auseinandersetzen. Bitte seid – sofern ihr noch auf Nachricht wartet – nicht enttäuscht, diese wird jetzt, also nach der vorliegenden Auswertung des Gesamtergebnisses, zeitnahe erfolgen.

Falls Euch noch etwas auf der Seele brennt, könnt Ihr entweder über unsere Seite (www.clubmitglieder.com) Kontakt zu uns aufnehmen oder uns einfach im Stadion ansprechen. Vor und nach dem Spiel sind wir meist in der Nähe des Fanprojekt-Containers zu finden.