Hansi Küpper im Interview (Teil 2)

17.05.2013

Autor: BAC-Infomelder   |   Kategorie(n): BAC, England, Fanszene, Politik

Liebe Clubfans,

im zweiten Teil des Interviews mit Hansi Küpper geht es um den “Modernen Fußball“: Hansi betrachtet u. a. die Verhältnisse in Deutschland und England, spricht über die Marktmacht der Scheichs, Konzerne und Milliardäre und über die Wichtigkeit der 50+1-Regel. Wir wünschen abermals viel Spaß beim Lesen.

In den Medien taucht im Moment immer wieder das Schlagwort „moderner Fußball“ auf. Was verstehen Sie unter diesem Begriff?

Die Diskussion um den „modernen Fußball“ ist ähnlich gelagert wie die um Tradition bzw. Traditionsvereine: In Fankreisen ist das Schlagwort „moderner Fußball“ ja eine Art Schimpfwort geworden. Dafür habe ich allerdings nur wenig Verständnis. Solange die Stehplätze bezahlbar bleiben, habe ich kein Problem mit VIP-Logen. Ich habe auch kein Problem damit, dass der Großteil der Spieler heutzutage nicht mehr aus der jeweiligen Region, sondern aus dem Ausland stammt und zum Teil zwei Millionen und mehr verdient – solange die Jungs sich so verhalten, dass sie ihren jeweiligen Verein würdig vertreten. Auch finde ich es in Ordnung, wenn Eintrittspreise steigen, solange die Erhöhungen in einem gewissen Rahmen bleiben. Ich finde also, dass solche Entwicklungen, die unter dem Schlagwort „moderner Fußball“ zusammengefasst werden, nicht per se „böse“ sind.

Wenn es aber nicht mehr um den Sport an sich geht, wenn der Fußball zur Nebensache verkommt und nur noch die Interessen von Werbeleuten, Konzernen oder dem Staat im Mittelpunkt stehen, dann haben wir verloren. Solange es beim „modernen Fußball“ aber nur darum geht, die Faszination des Sports dazu zu nutzen, Kunden zu erschließen, ist das völlig in Ordnung. Um es aber noch einmal deutlich zu sagen: Das Grundprinzip muss immer lauten „Der Sport kommt zuerst!“. Erst wenn der Fußball zur Nebensache wird, habe auch ich ein Problem mit dem „modernen Fußball“


Rudi Völler sprach im Doppelpass davon, dass es gerecht sei, dass Bayer Leverkusen vom Pharmakonzern Bayer 25 Mio. Euro pro Jahr erhält, da der Verein gegenüber München, Dortmund und anderen hinsichtlich der Zuschauerzahlen im Nachteil sei. Der Betrag gleiche dies nur aus. Was halten Sie von dieser Aussage?

Zunächst einmal muss man sich fairerweise ins Gedächtnis rufen, dass Bayer Leverkusen ein Sonderfall ist, weil dieser Club zu den beiden Vereinen gehört, denen die Deutsche Fußballiga bei Ihrer Gründung im Jahr 2000 hinsichtlich der „50+1-Regelung“ ausdrücklich besondere Konditionen eingeräumt hat. Grundsätzlich finde ich die Argumentation von Rudi Völler allerdings schräg. Es gibt nun mal große Vereine, die seit Jahrzehnten tausende Menschen anziehen und begeistern, die etliche Fans haben, die wirklich mitfiebern und auf den Rängen für die Atmosphäre sorgen, die wir am Bundesligafußball so lieben. All diese Clubs haben sich im Laufe der Jahre natürlich einen Standortvorteil erarbeitet. Folgt man Völlers Argumentation, würde das bedeuten, dass all die anderen Vereine, denen es in den letzten Jahrzehnten eben nicht gelungen ist, diese Faszination zu wecken und die sich diesen Standortvorteil folglich nicht aufbauen konnten, ihren Wettbewerbsnachteil nun einfach dadurch kompensieren, dass sie sich einen reichen Investor ins Boot holen. Das hieße, die unzähligen Menschen, die die Traditionsvereine durch ihr Herzblut und durch ihre Verbundenheit zu dem gemacht haben, was sie sind, einfach durch das Geld eines Milliardärs hier oder eines Konzerns da zu ersetzen. Eine solche Argumentation halte ich für absurd und ich meine, Rudi Völler hätte besser daran getan, zu sagen: „Wir von Bayer Leverkusen spielen auch schon seit Jahrzehnten in der Bundesliga und haben deswegen – genau wie der VfL Wolfsburg – eine Sondergenehmigung bekommen, als die DFL gegründet wurde.“ Eine solche Aussage wäre auf deutlich mehr Verständnis gestoßen, weil man dann sagen könnte „Okay, Leverkusen und Wolfsburg haben diese Sonderregelungen aufgrund ihrer Geschichte bzw. Struktur bekommen, aber allem, was nun kommt, stehen wir mit höchster Abwehrbereitschaft entgegen.“


Sind Vereine wie der VfL Wolfsburg, die TSG Hoffenheim oder Red Bull Leipzig eine Gefahr für den Fußball, wie wir ihn kennen und lieben?

Die Frage geht ja in dieselbe Richtung, die wir gerade besprochen haben. Ich glaube, dass wir uns über all diese Geschichten keine Gedanken machen müssten, wenn die Situation so geblieben wäre, wie sie vor der Saison 2007/08 war. In diesem Jahr hat sich der VfL Wolfsburg nämlich strategisch völlig neu ausgerichtet und damit begonnen, seinen Wettbewerbsvorteil, den er dank der Millionen des VW-Konzerns hat, gnadenlos auszunutzen. Dass das nicht zum Wohle des Fußballs geschehen ist, hat sogar Rudi Völler – also ein Repräsentant von Bayer Leverkusen (!) – relativ deutlich angemerkt. Obendrein ist im Jahr 2008 auch noch die TSG Hoffenheim aufgestiegen.

Ich meine, dass zwei Vereine, die sich nicht über die Verbundenheit der Menschen, sondern über die dahinterstehenden Konzerne definieren [gemeint sind Lev und Wob], gerade noch akzeptabel waren. Nun ist mit Hoffenheim aber ein dritter Verein hinzugekommen, sodass nun an einem typischen Bundesligaspieltag schon bei drei von neun Partien Clubs mitspielen, die ihr Geld nicht selbst verdienen. Und wenn man nun bedenkt, dass auch der FC Ingolstadt zu seinem zehnjährigen (!) Vereinsjubiläum 2014 in der Bundesliga spielen möchte und dass auch Red Bull aus reinen Marketinggründen eine Mannschaft in der Ersten Liga platzieren will, dann wird’s langsam richtig eng. Um dies zu erkennen, genügt ja schon ein Blick auf die Zeitungsauflagen oder die TV-Quoten zu den einzelnen Spielen, die Sky zum Teil veröffentlicht.

Das Verrückte ist ja, dass sich die DFL selbst bewusst die 50+1-Regel geben hat und die UEFA im Augenblick ganz massiv für ein „Financial Fairplay“ eintritt. Es sind also nicht nur die „Traditionalisten“, sondern auch die Verbände selbst, die in der gerade skizzierten Entwicklung eine Gefahr erkennen! Wenn eine Regel wie „50+1“ aufgeweicht wird, dann bedeutet das, dass Milliardäre die gesamte Bundesligalandschaft schreddern können. Scheich Mansour, seit 2009 Besitzer von Manchester City, verfügt angeblich über ein Familienvermögen von 200 Milliarden. Für so einen ist es kein Problem, einem Fußballverein 25 Millionen im Jahr zu überweisen [siehe hierzu auch folgenden Welt-Artikel]. Milliardäre und Großkonzerne könnten innerhalb kürzester Zeit die gewachsenen Vereine in der Bundesliga verdrängen und ersetzen, wenn sie Lust dazu haben und man sie nicht über Regelungen wie 50+1 in die Schranken weist. Ich finde es also völlig in Ordnung, dass die DFL die 50+1-Regelung hat und die UEFA seit neustem auf „Financial Fairplay“ pocht.


Gibt es Gefahren für die 50+1 Regel? Man musste zum Beispiel vor wenigen Wochen über 1860 München lesen, dass Präsident Schneider nicht mehr antritt und sein designierter Nachfolger erst einmal in Abu Dhabi zu einem Antrittsbesuch vor der Wahl beim Investor erscheinen muss. Wie sehen Sie das?

Die 50+1-Regel steht insbesondere deshalb auf wackligen Füßen, weil man sie zum Teil nur schwer konkret fassen kann: Man kann, wie im Fall von 1860 München, nur ganz schwer sagen: „Hier ist die Grenze, hier wird die Regel nicht mehr eingehalten!“ Anderes Beispiel: Luiz Gustavo wurde im Januar 2011 von Dietmar Hopp eigenhändig von Hoffenheim nach München verkauft und zwar ohne, dass der Trägerverein und der damalige Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick etwas davon wussten. Die Dortmunder haben das Verhalten von Hopp damals völlig zu Recht als Verstoß gegen die 50+1-Regel kritisiert.
Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist natürlich die, wie hartnäckig ein Verstoß gegen die 50+1-Regel geahndet wird. Wir brauchen in dieser Hinsicht ein öffentliches Bewusstsein und entschlossene Funktionäre, die solche Regelverstöße benennen und anprangern. Gerade die Medien sind an dieser Stelle in der Pflicht. Die Regelung muss den Verantwortlichen und Fans eine Herzensangelegenheit sein, weil nur 50+1 garantiert, dass Fußballvereine in erster Linie Fußballvereine und nur in zweiter Linie Wirtschaftsunternehmen bleiben. Natürlich wird es immer Leute wie die Macher in Hoffenheim oder bei 1860 München geben, die diese Regelung abschaffen oder umgehen wollen, aber eigentlich bin ich recht zuversichtlich, dass es genügend Fans, Journalisten und Funktionäre gibt, die die Regel im Interesse des Fußballs verteidigen werden.


Was macht für Sie sowohl in sportlicher, als auch in wirtschaftlicher Sicht den Unterschied zwischen dem englischen und deutschen Fußball aus?

Der entscheidende Unterschied ist der wirtschaftliche Aspekt: Dank der 50+1-Regel ist es in Deutschland immer noch so, dass ein Fußballverein in erster Linie tatsächlich auch ein Fußballverein ist und mit dem Fußball sein Geld verdienen muss. Die englischen Vereine haben hingegen irgendwann damit angefangen, buchstäblich ihre Seele zu verkaufen und Geld von überall anzunehmen, egal woher es kommt. Die würden zur Not auch ihren Supercup in China ausspielen. Obendrein haben sie die Preisschraube für Eintrittskarten unfassbar angezogen. Nachdem die Stehplätze in Folge der Hillsborough-Katastrophe 1989 in England abgeschafft wurden, hat man systematisch das Publikum ausgetauscht. Heute sind die Eintrittspreise auf der Insel ungefähr 3 Mal so hoch wie bei uns, das Publikum ist – soweit ich weiß – im Schnitt zwölf Jahre älter als in Deutschland und die Stimmung ist… relativ erbärmlich.

Allerdings ist es schon interessant, dass ausgerechnet diese Vereine mit ihren Scheichs im Hintergrund im Moment auch sportlich hinterherhecheln. Bisher konnten die Entwicklungen in Großbritannien ja wenigstens damit gerechtfertigt werden, dass sie über Jahre hinweg – teilweise sogar mehrere – Vereine im Champions League Halbfinale oder Finale hatten; der sportliche Erfolg hat ihnen also gewissermaßen rechtgegeben. Wenn es sportlich aber weiter bergab geht, dann kann ich mir gut vorstellen, dass auch in England einige Grundsatzfragen in Hinblick auf Fehlentwicklungen gestellt werden. Früher, in den 60er und 70er Jahren, war England wegen der Euphorie, der Verbundenheit, der Leidenschaft, dem Herzblut seiner Anhänger immer der Inbegriff einer geilen Fanlandschaft. Inzwischen ist es so, dass die Engländer, die den Fußball wirklich lieben, mit großer Bewunderung nach Deutschland gucken [Siehe hierzu auch unser Interview mit Matthew Bazell]. Ich meine ohnehin, dass der deutsche Fußball in vielfacher Hinsicht als ein Musterbeispiel in Europa gelten kann.

Michele Platini hat die Entwicklung in England richtig zusammengefasst: „Sie haben keine englischen Präsidenten mehr, sie haben keine englischen Trainer mehr, sie haben kaum noch englische Spieler und irgendwann wollen sie noch nicht mal mehr in England spielen.“ Eine solche Entwicklung im Mutterland des Fußballs ist doch absurd!

 

Hansi Küpper im Interview (Teil 1)

06.05.2013

Autor: BAC-Infomelder   |   Kategorie(n): Fanszene

Liebe Clubfans,

wenn es in den letzten Monaten einen Medienschaffenden gab, der uns Fans im Zusammenhang mit den Themen “Moderner Fußball” und “Sicherheitskonzept”  positiv aufgefallen ist, dann war das sicher der Radio- und Fernsehkommentator Hansi Küpper. So sprach er sich beispielsweise innerhalb einer Sport1-Gesprächsrunde (das Video hier) gemeinsam mit unserem Aufsichtsrat Ralf Peisl gegen die verzerrten Vorstellungen eines Rainer Wendt (“Wer ins Stadion geht, begibt sich in Lebensgefahr.“) aus oder bot dem damaligen Manager der TSG HoPPenheim im Sport1-Doppelpass die Stirn (Auschnitt “Was ist ein Traditionsverein?” hier).

Hansi Küpper und Ralf Peisl bei Sport1

Wir hatten das Glück und die Freude, mit ihm ein langes Interview führen zu dürfen, das wir Euch in den nächsten Wochen in drei Teilen auf unserer Seite präsentieren wollen.

Im ersten Teil des Gesprächs geht es u. a. um das Fan-Dasein des 52-Jährigen Esseners, um die Frage, ob er sich als Familienvater bei seinen Stadionbesuchen sicher fühlt und darum, einen Traditionsverein zu definieren. Viel Spaß beim Lesen!

BAC: Wie war Ihr Werdegang als Moderator?

Als ich 1989 mein Volontariat beendet hatte, hatte ich das Glück, dass gerade der legendäre Kurt Brumme beim WDR ausgeschieden ist und der WDR infolgedessen die Nachwuchsschulung stark intensiviert hat. Ich durfte als einer von 600 Bewerbern bei einem Auswahlverfahren mitmachen, habe probeweise Fußballspiele auf dem alten Tivoli in Aachen kommentiert und hatte am Ende (wieder) Glück, dass Dietmar Schott, der Nachfolger vom Kurt Brumme, mich genommen hat.

In der Folgezeit war ich 6 oder 7 Jahre lang WDR-Hörfunkreporter. Anschließend bin ich nach München zum DSF gegangen. Allerdings geht es in der Fernsehwelt recht turbulent zu: Inzwischen habe ich sechs- oder siebenmal den Sender gewechselt – zumeist nicht, weil ich wollte, sondern weil ich musste.

BAC: Hatten Sie in Zusammenhang mit dem 1. FC Nürnberg Momente, die Sie nicht vergessen werden?

Da fällt mir der legendäre letzte Spieltag der Saison 1998/99 ein. Für Sky war ich als Interview-Reporter im Frankenstadion. Ich war gerade auf der Tartanbahn, als ich erfuhr, dass Frankfurt 4:1 in Führung gegangen ist. Da habe ich halb zu mir, halb zu Friedel Rausch gesagt „Das gibt’s doch gar nicht!“. Friedel Rausch wendete sich zu mir und fragte, was denn los sei; ich sagte „4:1 für Frankfurt, ihr seid raus“. Just in diesem Moment hat der Glubb das 1:2 gemacht und ich sagte zu ihm „Ihr seid wieder drin!“. Das waren diese völlig verrückten Momente an einem Tag, an dem der Fußball völlig verrückt gespielt hat.

Außerdem erinnere ich mich daran, wie Borussia Dortmund 1976 die Aufstiegsrunde der 2. Liga gegen den FCN bestritten hat. Ich bin gemeinsam mit Dieter Müller zum Spiel nach Dortmund gefahren. Er hatte gerade erst [im März 1976] einen Sohn bekommen, der auf den Namen Lars getauft wurde. Nun ja, und dieser Lars Müller hat später nicht nur in Dortmund [1995/96] in der Bundesliga gespielt, sondern stand zwischen 2001 und 2006 auch für den 1. FC Nürnberg auf dem Platz.

BAC: Haben Sie selbst eine Fanvergangenheit?

Natürlich! Ich bin in der Gegend von Dortmund groß geworden, bin also von Kindesbeinen an BVB-Fan. Als 11-Jähriger habe ich geweint, als wir abgestiegen sind [Saison 1971/72] und als 15-Jähriger habe ich abermals geweint, als wir uns in der Relegation 1976 gegen den Glubb durchsetzen konnten und wieder aufgestiegen sind: Als der BVB das 3:2 in der Schlussphase des 2. Relegationsspiels gemacht hat, habe ich allerdings vor dem Stadion auf dem Parkplatz gesessen – wenn es richtig ernst wurde, war ich meistens zu nervös, um es mir anzusehen.

Von da an hatte ich im Westfalenstadion eine Dauerkarte. Auch wenn mein Enthusiasmus in den 80er Jahren etwas weniger geworden, lässt einen der Lieblingsverein ja zeitlebens nicht mehr los – vor allem wenn man wie ich schon als Sechsjähriger dort war. Unlängst erst war ich mit der ganzen Familie, also mit fünf Personen, drei Tage in Malaga [wo der BVB im Viertelfinale der Champions League gespielt hat].

BAC: Fühlen Sie sich beim Stadionbesuch sicher? Macht es für Sie dabei einen Unterschied, ob Sie als Reporter oder als Privatperson ins Stadion gehen?

Egal, ob ich als Kommentator oder als normaler Besucher ins Stadion gehe, fühle ich mich gnadenlos sicher! Das lächerlichste, was ich im Zusammenhang mit der „Sicherheitsdebatte“ gehört habe – übrigens von Herrn Wendt –,  war der Satz „Früher, als ich noch ein junger Polizist in Duisburg war, da waren das wunderschöne Zustände, alles war friedlich.“ Wer wie ich in den 70er Jahren in den Stehplatzkurven gestanden hat, der weiß, dass das eine Vergangenheitsverklärung sondergleichen ist. Nicht jetzt, sondern in den 70er Jahren war es wirklich richtig gefährlich, ins Stadion zu gehen: Damals konnte nämlich jeder Heimfan ungestört in den Gästeblock gelangen. Und wenn man bedenkt, dass die Leute schon mal mit Schlagketten am Gürtel und ähnlichem ins Stadion gekommen sind, kann man sich vorstellen, wie es da zum Teil zugegangen ist. DAS war hochgefährlich!

Natürlich sollen solche Geschichten keine Rechtfertigung dafür sein, heutige Missstände schönzureden, aber man darf einfach nicht zulassen, dass die Vergangenheit verklärt wird, um die Gegenwart zu dramatisieren.

Und auch wenn ich mich im Stadion absolut sicher fühle, bin ich mir gleichwohl darüber im Klaren, dass es  im Umfeld von Fußballspielen immer wieder – teilweise wie aus dem Nichts –  zu Situationen kommt, wo es plötzlich gefährlich werden kann. Das habe ich etwa  nach dem Pokalfinale 2010 [Bayern gegen Bremen] erlebt. Allerdings ärgert es mich, dass so etwas dann immer dem Fußballsport angelastet wird. Als gäbe es in anderen Bereichen der Gesellschaft nicht auch Situationen, in denen es von einer Sekunde auf die andere zu Schlägereien oder ähnlichem kommt. Man denke nur an Volksfeste.

Letztlich bin ich der festen Überzeugung, dass die Sicherheit im Stadion heute so groß ist wie nie zuvor.

BAC: Was ist für Sie ein Traditionsverein?

Das ist eine Frage, die für mich deswegen unheimlich schwierig zu beantworten ist, weil Tradition ein extrem komplexes Phänomen ist. Aber sagen wir mal so: Wenn ich die Fotos im Presseraum des 1. FC Nürnberg anschaue und darauf die gigantischen Zuschauermassen, die schon vor 50, 60, 70 Jahren zum Glubb gekommen sind, und die große Euphorie und die große Leidenschaft der abgebildeten Menschen sehe, dann weiß ich, dass hier ein großer Traditionsverein unterwegs ist.
Oder nehmen wir Borussia Mönchengladbach: Obwohl der Verein das letzte Mal in 1970ern etwas gewonnen hat [Uefa-Cup-Sieger 1979; den DFB-Pokal-Sieg 1995 hat Hansi wohl übersehen ;-) ], sind 10.000 Fans im Februar zum Uefa-Cup-Auswärtsspiel nach Rom mitgefahren. An diesen 10.000 Menschen erkennt man, dass Gladbach ein Traditionsverein ist. Solche Vereine müssen in den Zwischenjahren keine Titel gewinnen, um die Menschen zu bewegen.

Unterm Strich ist ein Traditionsverein ein Club, der es zum einen irgendwann geschafft hat, einer größeren Menge von Menschen etwas zu bedeuten und der es darüber hinaus fertig gebracht hat, dass diese Liebe über Generationen hinweg fortgetragen wird; getreu dem Motto: Tradition bedeutet nicht die Bewahrung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.
Oft wird in der Diskussion um das Thema „Traditionsvereine“ zwischen Realisten und Traditionalisten unterschieden. Ich sehe mich als Traditionalist. Wenn ich einen rappelvollen Gästeblock sehe oder wenn ich sehe, dass die Zeitungen 4 oder 5 Tage vor einem Spiel bereits mit der Berichterstattung über diese Partie beginnen, dann weiß ich, dass ein Traditionsverein spielt. Ich würde also sagen, dass diejenigen Traditionalisten sind, die die Faszination des Fußballs definitiv richtig erklären. Zu den Realisten gehören hingegen diejenigen, die uns zu erklären versuchen, warum leere Gästekurven und Spiele, für die sich kaum jemand interessiert, den Fußball der Neuzeit darstellen. Das Schöne ist, dass wir Woche für Woche in fast jedem Stadion fantastische Argumente gegen diese selbsternannten Realisten geliefert bekommen. Allerdings scheinen diese Leute, die den Fußball überhaupt nicht verstehen, leider Gottes unbelehrbar zu sein.

Herzliche Glückwünsche, 1. FCN!

04.05.2013

Autor: admin   |   Kategorie(n): BAC

Unser ganzes Leben haben wir Dir schon vermacht!

Wir wünschen Dir von ganzen Herzen alles Gute zum Geburtstag, du ruhmreicher 1. FC Nürnberg!

Wenn Du mich fragst, wer Meister wird….

 

Aushilfe gesucht!

03.05.2013

Autor: admin   |   Kategorie(n): BAC, Fanszene

Unsere langjährige, freundliche und allseits bekannte Gastwirtin der “Stuhlfauth Stuben” am Valznerweiher hat sich mit einem Hilfegesuch an uns gewandt. Sie sucht verzweifelt nach Unterstützung für Ihre Wirtschaft – besonders an Spieltagen!

Insgesamt sollte der/diejenige zwei bis drei Tage die Woche in den legendären Stuhlfauth-Stuben arbeiten.

WICHTIG! Keine Dauerkartenbesitzer, da Heimspiele des 1. FC Nürnberg fest eingeplant sind!

Bei Interesse bittet Moni um einen Anruf  der Nummer 0911/40998978  - oder aber man schaut einfach persönlich in den Stuhlfauth Stuben am Vereinsgelände des 1. FC Nürnberg (in der Valznerweiherstraße)  vorbei und redet mit der sympathischen Fränkin.

Der Eingang der legendären Stuhlfauth Stuben direkt am Vereinsgelände des FCN

Der Eingang der legendären Stuhlfauth Stuben direkt am Vereinsgelände des FCN

Fanclub-Turnier in Brüssel

26.04.2013

Autor: Sandale   |   Kategorie(n): Fanszene, Jenseits des Tellerrands

Hallo Glubberer,

uns hat die Tage eine für uns etwas ungewöhnliche Anfrage erreicht.

Stéphane aus Brüssel sucht eine Hobby-Fußballmannschaft für sein internationales Fan-Turnier.

Das Turnier findet am 1.Juni in Brüssel statt.

Gesucht wird eine Mannschaft mit 7 Spielern, die in einer Spielhälfte im Trikot ihres Heimatvereins spielen. Schön wäre auch ein kleines Geschenk für jeden Gegner.

Die weiteren Mannschaften:

  • Everton FC
  • Turin
  • Olympique Lyon
  • Heart of Midlothian
  • Lechia Danzig
  • und verschiedene belgische Teams

Wenn sich jemand dafür interessiert, wir vermitteln gerne den Kontakt zu Stéphane.

Bitte schreibt uns unter Clubmitglieder(at)googlemail.com

 

Mit rot-schwarzen Grüßen

BAC, Nürnberg

https://www.facebook.com/BuendnisAktiverClubmitglieder

Nachruf Otto Scheer

28.02.2013

Autor: Sandale   |   Kategorie(n): BAC, Fanszene

Nachruf

Otto Scheer ist heute Vormittag verstorben.

Otto war dem 1. FC Nürnberg fest verbunden, zeigte über mehrere Dekaden sehr großes Engagement und hielt die rot-schwarze Fahne in Oberfranken hoch.

Unser Beileid gilt den Hinterbliebenen, dem Bezirk 3 und seinem Fanclub ‚Wiesen und Umgebung

Otto, möge Dein rot-schwarzes Herz in Frieden ruhen!

Das Bündnis aktiver Clubmitglieder

Ein Interview mit ProFans

27.02.2013

Autor: Sandale   |   Kategorie(n): BAC, Fanszene

Hallo Glubberer!
Phillipp Markhardt - Pro Fanswie Ihr merkt, interviewen wir zur Zeit die verschiedensten Protagonisten rund um den deutschen Fußball. Wir sammeln Informationen aus allen Ecken und Enden zusammen, um diese dann für Euch aufbereitet hier präsentieren zu können. Unser neustes Interview haben wir mit Philipp Markhart von Pro Fans geführt – es kommt also tief aus der aktiven, bundesweiten Fanszene. Wir bedanken uns bei Philipp für die vielen Informationen und stellen Euch nachfolgend gerne das gesamte Interview zur Verfügung. Freuen würden wir uns auch, wenn Ihr unsere Artikel in sozialen Netzwerken und Foren teilt.

So, nun zum eigentlichen Interview:

Was ist ProFans? Wie setzt es sich zusammen? Was sind die Ziele?

ProFans ist eine überregionale Fanorganisation, die sich im Zuge der Proteste gegen die Spieltagszerstückelungen Anfang des Jahrtausends unter dem Namen Pro 15:30 gegründet hat. Allerdings hat man schnell gemerkt, dass es viel mehr Themen gibt, die Fans betreffen. Zum Beispiel Repression, die Kommerzialisierung im Allgemeinen, Materialverbote und so weiter. Daher hat man sich irgendwann entschieden, den Namen in ProFans zu ändern, um nicht nur auf Proteste gegen Anstoßzeiten reduziert zu werden. Derzeit sind etwa 50 aktive Fangruppen – nicht nur Ultras – dort vertreten. ProFans ist ein Bündnis, in dem von jeder Gruppe ein oder mehrere Abgesandte der jeweiligen Gruppen mitarbeiten. Die Koordination der Aktionen übernimmt das Büro, ansonsten sind aber alle gleichberechtigt.

Wie klappt es eigentlich, dass Fans unterschiedlicher Vereine, die sich nicht ganz grün sind, dann am “Runden Tisch” plötzlich zusammenarbeiten? War es am Anfang schwer für einige, über ihren Schatten zu springen oder überwog schon zu Beginn der Wille, die Gemeinsamkeiten bzw. gemeinsamen Ziele voranzutreiben?

Ich muss zugeben, dass ich nicht seit Gründung von ProFans bzw. Pro 15:30 dabei war. Wobei ganz zu Beginn das Ganze sowieso noch über das alte Stadionweltforum koordiniert wurde. Als man sich dann das erste Mal traf, das muss auch mal gesagt werden, gab es ja auch noch lange nicht so verbissene Rivalitäten zwischen einzelnen Gruppen. Zwar war man sich nicht ganz grün, aber diese dogmatischen Feindschaften, die es heute teils gibt, die waren damals noch nicht so ausgeprägt. Zudem ging es zum Einen immer noch um ein gemeinsames Anliegen, dass die Rivalitäten überwog.

Wie wichtig ist es, dass sich auch die Fans zu Interessengemeinschaften zusammenschließen?

Wie wichtig Interessensgemeinschaften sind, hat meiner Meinung nach das Aktionsbündnis 12:12 verdeutlicht.

 Wenn alle an einem Strang ziehen und ihre Kräfte bündeln, dann sind die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Das ist meines Erachtens auch die Quintessenz aus den Protesten.

Beim FCN sitzen zwei von der MV gewählte “Basisvertreter” im Aufsichtsrat. Wird sowas auch bei ProFans beachtet? Wie ist deine Meinung zu Fans in den Gremien der Vereine?

Das wird natürlich positiv gesehen. Die vertrackte Situation mit all den Einschränkungen und Verboten resultiert schließlich nur daraus, dass an den Schalthebeln Leute sitzen, die sich zumindest in den letzten 30 Jahren keine Eintrittskarte selbst kaufen mussten. Leute, die von Fankultur und Faninteressen absolut keine Ahnung haben können und zum Teil vielleicht auch nicht wollen. Das ist sowohl bei den Verbänden als auch in den Vereinen so. Insofern begrüßen wir natürlich Interessenvertreter bzw. „Fanexperten“ in Vereinsgremien. I

Frank Willmann hat im Tagesspiegel die Frage aufgeworfen ‚Wem gehört der Fussball?‘. Was meinst Du dazu?

Ideell gesehen gehört er all denen, die ihn lieben und leben. Und zwar frei von kommerziellen Interessen. Realistisch gesehen gehört er derzeit leider denen, die das große Geld haben. Sprich diejenigen, die ihn sponsern und diejenigen, die sich mit den Sponsorengeldern die Taschen voll machen. Sie schalten und walten. Leider (noch?) ohne uns Fans großartig zu berücksichtigen. Für sie gelten dann auch andere Regeln als für uns kleine Leute. Nehmen wir ein Beispiel: Deine Tapete mit der Aufschrift „Max-Morlock-Stadion“ nehmen sie Dir am Eingang ab, weil sie brennbar ist. Fünf Meter weiter wird die Stadionzeitung verkauft. Die ist zwar auch brennbar, aber die Sponsoren des FCN präsentieren sich darin und haben dafür viel Geld bezahlt. Du hingegen hast 10 Euro für den Stehplatz hingelegt. Und deshalb bleibt Deine Tapete draußen. Und vielleicht deshalb, weil der Inhalt dem Glubb nicht zusagt.

Es gab nun Treffen von Fans und DFL. Wart ihr daran beteiligt? Wenn ja, wie lief das ab? Was erwartest Du Dir von solchen Treffen? Informative Gespräche auf Augenhöhe oder sogar Mitwirken an Entscheidungen?

Ja, es waren auch Vertreter von ProFans anwesend. Ich allerdings nicht. Es gab ja erst ein Gespräch hierzu – das nächste folgt im März -, dieses war aber wohl erst einmal ein gegenseitiges Beschnuppern und Abtasten bzw. ein gegenseitiges „Verständnis für die jeweiligen Standpunkte aufbauen. Der Eindruck, der erweckt wurde, war der, dass Gespräche auf Augenhöhe stattfinden sollen und die Fans in Entscheidungen eingebunden werden sollen. Inwieweit das dann auch passiert, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Ich glaube, dass es hier für eine Prognose (losgelöst von den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit) noch zu früh ist.

Zuletzt noch etwas, das mich auch persönlich sehr interessiert. Du hast an dem Buch ’Kinder der Westkurve’ mitgearbeitet. Wie lange hat das gedauert von der Idee bis zum fertigen Buch und wie war das als Du das Buch zum ersten Mal in Händen gehalten hast?

Insgesamt haben wir knapp vier Jahre daran gearbeitet, weil wir halt alle „Feierabendautoren“ waren. Sprich: Arbeit ging immer vor. Also konnte nur abends und am Wochenende (soweit der HSV nicht spielte) daran gewerkelt werden. Als dann das Buch vorlag, war das natürlich ne starke Sache. Denn auch, wenn wir daran nicht reich werden, haben wir doch unserem Verein, seiner Fanszene und uns selbst ein Denkmal gesetzt. Und das war eigentlich das Wichtigste.

 

Wir bedanken uns abschließend nochmals bei Philipp Markhart, aber auch bei allen anderen, die sich Tag für Tag in anstrengender ehrenamtlicher Arbeit für uns und unsere Rechte engagieren! Danke für all Eure Arbeit und Euren Einsatz!

klickt mal rein unter http://www.profans.de

Interview mit DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig

22.02.2013

Autor: Sandale   |   Kategorie(n): 50+1, BAC

Hallo Glubberer,

Mitte Januar veranstaltete die Deutsche Akademie der Fußballkultur eine Podiumsdiskussion zum Thema “Sicheres Stadionerlebnis”. Am Rande dieser Veranstaltung hatten wir die Gelegenheit mit Andreas Rettig, dem neuen Geschäftsführer der Deutschen Fußballliga (DFL), zu sprechen. Das folgende Interview ist das Ergebnis dieses Gesprächs:

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1. Es scheint sich ja nun ein Dialog in Gang zu setzen, was ja sehr begrüßenswert ist. Wir sind natürlich neugierig wie Sie sich diesen Dialog vorstellen. Werden Dinge weiterhin entschieden und dann auf den gemeinsamen Treffen kommuniziert oder reden Sie vorher mit den Fans und lassen Punkte in Ihren Entscheidungen einfließen? Ersteres würde die Position derer schwächen, die auf Dialog und friedlichen Protest setzen und einen Dialog ad absurdum führen. Wie soll dieser Dialog in Zukunft aussehen?

A.R.: Zunächst ist es wichtig noch einmal klar festzuhalten, dass es Dialogplattformen gab und gibt zum Beispiel bei der AG-Fanbelange, der KOS oder auch im Rahmen der Regionalkonferenzen, die gerade sehr erfolgreich zu Ende gegangen sind. Darüber hinaus ist der intensive Austausch vor Ort, das heißt zwischen den Clubs und ihren organisierten Fans, ein ganz zentraler Punkt des Dialogs. Hier leisten viele Clubs sehr gute Arbeit.

Fest steht aber auch, dass es Entscheidungen gibt, welche die in der Verantwortung stehenden Personen fällen müssen, da es auch um Haftungsfragen und entsprechende Risiken geht. Und fest steht außerdem: Über die Themen Gewalt, Pyrotechnik und Rassismus wird es keine Gespräche geben.

 

2. Es gab aber im Rahmen der Debatte um Pyrotechnik schon mal einen Dialog. Der wurde dann allerdings einseitig abrupt beendet. Kann so etwas wieder passieren oder setzen Sie, auch wenn es mal schwierig wird, eher auf Kontinuität?

A.R.: Dialoge wird es auch in Zukunft weiterhin geben – wie gesagt allerdings nicht zum Thema Pyrotechnik.

 

3. Die DFL hat in ihrer Stellungnahme zur Mitgliederversammlung vom 12.12.2012 folgendes mitgeteilt: “Darüber hinaus wurden [im ursprünglichen Papier] aber auch eigene, im Abschlussbericht der Task Force Sicherheit nicht explizit genannte Vorschläge entwickelt, so z.B. die stärkere Einbeziehung der Expertise von Ligaverband und Clubs in die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses, die Erweiterung des Handlungsrahmens der Rechtsorgane des DFB, um den Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalls besser Rechnung tragen zu können, sowie in Sportgerichtsverfahren die stärkere Berücksichtigung der Bemühungen des Clubs, Täter zu identifizieren, und die stärkere Fokussierung auf mit dem Club erörterte Maßnahmen zur Prävention.”  
– Diese sollten jedoch nicht zur Abstimmung gestellt werden und wurden auch nicht explizit abgestimmt. Sie wurden aber auch nicht zurückgenommen.
– Werden die Vorschläge weiter verfolgt?
– Wenn ja, in welcher Form? Wer sind die Empfänger der Vorschläge?

A.R.: Der angesprochene Punkt ist im Rahmen von Antrag Nr. 15 durch die Mitglieder des Ligaverbandes beschlossen worden. Der Vorstand des Ligaverbandes hat dadurch den Auftrag erhalten, die Änderungen zusammen mit dem DFB zu erarbeiten. Beschließen kann jedoch nur der DFB-Bundestag, weil es sich um Änderungen der DFB-Satzung bzw. der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung handelt.

 

4. Zielt Antrag Nr. 15 i.V.m. S. 25 – 27 des ursprünglichen Papiers darauf ab, den Vereinen Auflagen und Weisungen durch die DFB-Sportgerichtsbarkeit zu konkreten Formen künftiger Kontrollen (bspw. auch Ganz-Körperkontrollen, Beschränkung von Kontingenten, Umlegung von Verbandsstrafen, Kollektivstrafen) beispielsweise in Form von Bewährungsauflagen zu erteilen?

A.R.: Nein.

 

5. Fordert die DFL weiterhin beschleunigte Verfahren der Justiz, Auskünfte der Polizei über laufende Ermittlungsverfahren etc.?

A.R.: Langwierige juristische Verfahren in der Folge von Straftaten im Zusammenhang mit Fußballspielen sind aus unserer Sicht nicht zielführend. Eine konsequente und täterorientierte Aufklärung steht für uns im Vordergrund – und zwar je schneller desto besser.

 

6. Maßnahmen wie Stadionverbote und Platzsperren für Auswärtsfans haben sich nicht bewährt bzw. lassen sich nur unter hohem Aufwand durchführen, warum werden sie trotzdem weiter verfolgt? Zeigt das nicht auch eine Art Hilflosigkeit, weil man nicht weiß, wie man mit den „sogenannten Fans“ umgehen soll?

 

A.R.: Wie gesagt: Die täterorientierte Aufklärung steht für uns im Vordergrund, so lassen sich Kollektiv-Strafen vermeiden. Letztlich sind dies aber Fragen, die der DFB-Kontrollausschuss bzw. das DFB-Sportgericht beantworten muss. Diese Gremien stehen diesbezüglich in der Verantwortung.

 

7. Bei der Podiumsdiskussion hier in Nürnberg wurde auch die Polizeistrategie angesprochen und Hannover lobenswert erwähnt. Inwieweit hat hier die DFL Einflussmöglichkeiten?

A.R.: Polizei und Ordnungskräfte stehen in einem engen Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. Die Einsatzplanungen für ein Spiel beginnen bereits Wochen im Voraus. Grundsätzlich steht es uns aber nicht zu, die Arbeit von ausgebildeten Polizisten in Frage zu stellen.

 

8. Durch die Aufregung um das Sicherheitspapier sind andere wichtige Sachen etwas in den Hintergrund getreten, aber nichtsdestotrotz bewegen sie uns Fans genauso.
Bei 1860 München nimmt der Investor Einfluss auf Personalentscheidungen, indem er die Ablösung des bisherigen Präsidenten fordert  und einen Trainer nach seinen Wunschvorstellungen installieren wollte.
Bei einem anderen Verein wurde ein Spieler gegen den Willen des Trainers verkauft.
Wolfsburg hat anscheinend unendlich Geld für Spielereinkäufe.
Wie sieht die DFL diese Vorgänge? Wird 50 + 1 langsam ausgehöhlt?

A.R.: Nein. Auch im Falle des TSV 1860 München hat sich die 50+1-Regel bewährt. 50+1 gehört zur deutschen Fußball-Kultur ebenso wie Stehplätze und der Kernspieltag am Samstag um 15:30 Uhr.

 

9. Ein Verein mit viel Geld wirbt in der Winterpause einem Tabellennachbarn mit weniger Geld den Trainer ab. Ist das eine Art Wettbewerbsverzerrung und wäre es nicht sinnvoll, einen Wechsel von Schlüsselpersonal innerhalb einer Saison zu untersagen?

A.R.: Ich bin ein großer Befürworter von Demokratie und einem selbst bestimmten Leben. Dazu gehört für mich auch die freie Wahl des Arbeitsplatzes. Dieses Grundrecht bei der Jobwahl des Trainers oder Managers zu beschneiden, sehe ich kritisch.

 

10. Die zerfledderten Spieltage mit den unterschiedlichen Anstoßzeiten sind vielen Fans ein Dorn im Auge, vor allem wenn Spiele wie Bremen – Nürnberg oder Nürnberg – Hamburg auf einen Sonntag gelegt werden. Könnte man hier nicht den Fans entgegen kommen und Spiele mit größeren Entfernungen an Samstagen stattfinden lassen?

A.R.: In der Bundesliga ist der Kernspieltag nach wie vor am Samstag. An einem Regel-Spieltag mit neun Begegnungen sprechen wir von drei Tagen und fünf Anstoßzeiten. In der Bundesliga gibt es weder Spiele am Vormittag noch um 22.00 Uhr, wie es beispielsweise in Spanien der Fall ist. Samstags werden fünf Partien zeitgleich um 15:30 Uhr ausgetragen.

Die zeitgenaue Terminierung hängt von sehr vielen Parametern ab. Beispielsweise gibt es Regeln, die die in den internationalen Wettbewerben vertretenen Clubs betreffen, sich aber unmittelbar auf alle Clubs auswirken. Darüber hinaus ist es auch wichtig, die Anforderungen der Polizei zu berücksichtigen. Sie können mir glauben: Wir versuchen allen – in Absprache mit den Clubs insbesondere auch denen der Fans – bestmöglich gerecht zu werden. Vor den genannten Hintergründen wird es aber immer auch mal wieder auch zu einzelnen Härtefällen kommen.

 

11. Stadien werden auf dem Acker gebaut (man bekommt so nichts mehr von der Stadt mit), Spieler bleiben nur noch wenige Jahre bei einem Verein, alles wird vermarktet und der Fußball wird zum Event.
Müssen wir uns von dem Fußball, den wir kennen verabschieden und wohin geht der Weg?

A.R.: Die vielen modernen Stadien, die wir heute haben, sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Attraktivität der gesamten Liga und für jeden einzelnen Club – und übrigens, speziell im Hinblick auf Sicherheits- und Komfortaspekte, auch für die Fans. Dabei gilt es, Werte und Traditionen zu bewahren und sich auf dieser Basis für die Zukunft aufzustellen. Denn für mich ist ein Bundesliga-Spiel immer noch ein Bundesliga-Spiel. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob jeder Eckball einen eigenen Presenter haben muss. Das entscheiden am Ende aber die Verantwortlichen der Clubs.

 

12. Beim 1. FC Nürnberg sitzen zwei gewählte Fanvertreter im Aufsichtsrat, ohne dass es großartige Skandale gibt. Wie sieht das der Geschäftsführer der DFL, dass Fans mitreden, ja sogar mitbestimmen wollen?

A.R.: Das sind Entscheidungen, die die Clubs bzw. deren Mitglieder treffen. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass sich alle in den Dienst der Sache stellen.

Wir bedanken uns auf diesem Wege nochmals recht herzlich bei Herrn Rettig! Außerdem weisen wir – wie mit den Verantwortlichen der DFL vereinbart – ausdrücklich darauf hin, dass das Interview nur als Ganzes zitiert werden darf und dass ein solches Interview in diesem Umfang ein Einzelfall bleiben wird!

Auswärtsspiel in Frankfurt: Es liegt viel Arbeit vor uns…

13.02.2013

Autor: BAC-Infomelder   |   Kategorie(n): BAC, Fanszene, Politik

Liebe Clubfans,

Ihr wisst, dass wir uns zu tagesaktuellen Dingen rund um den FCN nur recht selten äußern. Das Aufgabenfeld des BAC ist die Vereinsarbeit; unser Fokus liegt folglich auf langfristig angelegten Angelegenheiten. Aber die Ereignisse rund um das vergangene Auswärtsspiel in Frankfurt waren schlicht und ergreifend zu erschütternd, als dass wir hierzu schweigen könnten…

Stichwort Zaunfahne

Vereinsfahnen gibt es bereits seit Anbeginn des Fußballs Ende des 19. Jahrhunderts. Man wird wohl kaum ein historisches Foto von Zuschauerrängen finden, auf dem man keine Fahnen, Wimpel etc. entdecken könnte.

Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1924

Doch natürlich hat es auch in puncto Fahnen in den vergangenen Jahrzehnten (Weiter-)Entwicklungen geben: Die Zuschauerränge der Stadien wurden mit Zäunen begrenzt, die einen Anlass bzw. Platz für neue, größere Banner boten, und obendrein wurden die Fahnen immer kreativer, immer aufwendiger gestaltet, sodass die Banner einen ganz individuellen Charakter erhielten. Gerade die Entstehung der Ultraszene in Italien in den 60er/70er Jahren beförderte diese Tendenzen. Einen weiteren Schub erhielt die Entwicklung, als die Ultra-Bewegung Anfang der 1990er Jahre nach Deutschland schwappte und die Zaunfahne grundlegendes Element der Außendarstellung der neuen Gruppen wurde. Doch natürlich ist die eigene Fahne nicht nur für die  Ultra-Bewegung von hoher Bedeutung – auch nahezu jeder Fanclub hat seine eigene Zaunfahne, die er bei Festen, auf Fotos und allen voran natürlich im Stadion voller Stolz präsentiert.

Die Zaunefahne des BAC vor Block 1b

Die Zaunfahne des BAC in der Nordkuve des MMS.

Die Zaunfahne ist heute ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil einer bunten und lebendigen Fankultur. Dass dies den Vereinen üblicherweise auch bewusst ist, erkennt man daran, dass es in (fast?) allen Stadien ausgewiesene Zaufahneplätze gibt.

Als die Eintracht uns Gästefans letzte Woche mitteilte, dass die Mitnahme von Fahnen nicht gestattet werden würde, entschloss sich ein großer Teil der aktiven Fanszene des 1. FC Nürnberg lieber auf einen Besuch des Stadioninneren als auf das Anbringen der Zaunfahnen zu verzichten. Eine ausführliche Stellungnahme findet ihr im YaBasta!-Blog (<klick>)

Eine Menge Fragen sind offen

Nachdem die Fans ihren Protest vergangenen Samstag zunächst friedlich vor den Stadiontoren artikulierten, kam es – wie allseits bekannt sein sollte (zusammenfassend <klick hier>) – Mitte der ersten Halbzeit zu massiven Auseinandersetzungen zwischen den anwesenden Fans, Ordnern und Polizeibeamten. Damit kein falscher Eindruck entsteht, wollen wir an dieser Stelle betonen, dass wir es natürlich nicht gutheißen, wenn sich Fans vermummen und Polizeibeamte mit “ACAB”-Rufen beleidigen und mit Gegenständen bewerfen! Aber es muss dennoch geklärt werden, was an diesem Nachmittag Ursache und was Wirkung war!

  • Warum wurde Pfefferspray derart großflächig in die Menge gesprüht, dass neben zahlloser unbeteiligter Fans auch Ordner und Polizisten durch den “Beschuss” der eigenen Leute in Mitleidenschaft gezogen wurden?
  • Wer hat die Nachricht zu verantworten, die besagt, dass die Fans Pfefferspray versprüht hätten?! Zur Erklärung: Die dpa verbreitete eine Mitteilung, in der folgender Satz zu lesen war: “Die Polizei habe Schlagstöcke eingesetzt, die Fans Pfefferspray.” Die Falschmeldung wurde von zahlreichen Medien im ganzen Land übernommen (bspw. Abendzeitung, FAZ, Nordsee-Zeitung…)
  • Warum wurde das Tor von den Ordnern geschlossen (Alle Anwesenden hatten bekanntlich gültige Eintrittskarten), obwohl die Fans FRIEDLICH Stimmung machten und von außen die Mannschaft unterstützten?
  • Warum wurde der am Mittag des Spieltags geäußerte Vorschlag der Polizeikräfte, die Zaunfahnen schlichtweg zu erlauben und so jede Brisanz aus der Angelegenheit zu nehmen, von den Verantwortlichen der SGE ignoriert?
  • Zu welcher Polizei- oder Ordnereinheit gehörte der “in Zivil gekleidete”  Schlägertrupp, der auf einmal auftauchte und eine Reihe verletzter Fans zu verantworten hat?
  • Wieviele leicht und schwer verletzte Fans gab es?
  • Warum wurde den Fans, die den Sonderzug nutzten und die sich durchgängig durch Polizeikräfte umzingelt sahen, von 10:00 Uhr morgens bis 22:30 Uhr abends die Möglichkeit verwehrt, Essen und Trinken zu erwerben? Die Situation war so katastrophal, dass Fans, die sich im Stadioninneren befanden, versuchten, mit Wasser gefüllte Becher an ihre Vereinskameraden außerhalb des Zauns weiterzugeben

Nachbetrachtung

Die Reaktionen auf die Ereignisse in Frankfurt waren vielfältig: Sie reichten von den üblichen Randale-Floskeln (dazu Bilder von singenden, klatschenden Fans) bis zu ‚Randale in Frankfurt – Auslöser das Sicherheitspersonal?‘. Wir haben eine kleine Auswahl zusammengestellt:

  • Beginnen wollen wir mit dem Reporter Martin Quast. Herr Quast, der sich in der ersten Halbzeit unter die außerhalb des Stadions stehenden Fans gemischt hatte, konnte bereits in der Halbzeitpause auf Liga Total berichten, dass alles solange friedlich geblieben war, bis die Polizeitruppen ein aggressives Verhalten an den Tag gelegt hatten.
  • Nach dem Spiel konnte man auf Nordbayern.de den Wortlaut einer Durchsage der Polizei nachlesen. Diese muss den Einsatz am Samstag vor dem Stadion folgendermaßen beendet haben: “Heute ist einiges durcheinandergekommen, wir hoffen, dass jetzt alle gesund nach Hause kommen“. Nicht nur, dass diese Aussage wenig souverän klingt, bedenklich ist insbesondere, dass – Augenzeugenberichten zufolge – die Polizeieinheiten, die den Sonderzug nach Nürnberg begleiteten, weiterhin gereizt und wenig kooperativ auftraten…
  • So erreichte uns gestern u. a. der Bericht eines Zugfahrers mit folgendem Inhalt: “[...] Das größte Problem auf der Fahrt war jedoch ein ganz anderes. Hunger und vor allem unerträglicher Durst. Wir hatten seit der Abfahrt morgens um halb 10 Uhr bis zur Ankunft in Nürnberg (Abends 22.30 Uhr) KEINERLEI Möglichkeit Essen oder Getränke zu erwerben und zu uns zu nehmen. Im Zug gab es nichts zu kaufen, auf dem Weg vom Zug zum Stadion wurden wir von der Polizei abgeschirmt und vor dem Stadion dann in den Kessel genommen, sodass auch hier keinerlei Möglichkeit bestand, etwas zu kaufen. Auf dem Rückweg zum Zug und auf der Heimfahrt das gleiche Spiel… Gerade die Unterversorgung mit Flüssigkeit hat dem ein oder anderen ganz schön zugesetzt.
  • Axel Hellmann, Vorstand von Eintracht Frankfurt, hatte hingegen eine… nunja… sehr eigene Sichtweise auf die traurigen Geschehnisse des vergangenen Samstags: „Es gab heute im Stadion keinen Einsatz von Pyrotechnik. Das ist ein Erfolg.“ Bedarf es weiterer Belege, wie sehr der Führung der SGE an diesen Tag – Pardon! – der Arsch auf Grundeis ging?!  Ja, wir können uns gar keinen größeren Erfolg vorstellen als 19 verletzte Polizisten, 2 verletzte Ordner und mehrere Dutzend verletzter Fans! Aber Hauptsache man konnte einen (imaginierten) Einsatz von Pyrotechnik im Stadion “verhindern“. Unfassbar!
  • Der offizielle Polizeibericht lässt all diejenigen, die sich am Samstag IM Stadion befanden, ebenfalls nur mit dem Kopf schütteln. Hier wird nämlich folgendes lobend hervorgehoben: „Die Fans der Eintracht reagierten übrigens gar nicht auf diese Geschehnisse sondern straften sie durch bewusste Ignoranz.“ So so, dann war wohl der mehrmals, von tausenden Anhängern in der Eintracht-Kurve angestimmte Schlachtruf  “Hass wie noch nie, All Cops Are Bastards, ACAB” Ausdruck bewussten Ignorierens?! Boris Rhein, hessischer Innenminister, pflichtete dem in der Pressemitteilung geäußerte Lob für die Eintracht-Anhänger übrigens bei:  ‚Mein Respekt gilt den Frankfurter Fans, die sich in keiner Weise von der rohen Gewalt der Gäste-Fans haben anstecken lassen.
  • Auch wenn seitens der Fanszene immer wieder die Berichterstattung der Presse bei Fan-spezifischen Themen kritisiert wird, muss man an dieser Stelle doch festhalten, dass in den letzten Tagen gleich mehrere Artikel erschienen, die die Rolle der Polizei in Hinblick auf die Ausschreitungen kritisch betrachteten: Spiegel-Autor Mike Glindmeier kam in seiner Untersuchung “Wenn zu viel Sicherheit zum Problem wird” beispielweise zum Ergebnis, dass die Ausschreitungen den klassischen Fall einer “selbsterfüllenden Prophezeiung” (siehe Wikipedia) darstellen würden: “ ‘Dass es draußen zu Gewalt kam, ist überhaupt nicht zu entschuldigen, ganz im Gegenteil’, [wird Martin Bader zitiert]. Zu entschuldigen vielleicht nicht, aber sicher zu erklären – wenn man es denn will.
  • Auch die Nürnberger Nachrichten bzw. die Nürnberger Zeitung beschäftigten sich mit den Vorfällen, wobei insbesondere der Kommentar von Gary Cunningham hervorzuheben ist. Der Autor, der selbst vor Ort war, geht in seinem Artikel ungewohnt hart mit den Verantwortlichen der Polizei und von Eintracht Frankfurt ins Gericht: “Grundlage für die meisten Medienberichte waren Berichte der Nachrichtenagenturen. Die wiederum bezogen ihre Informationen über die Vorfälle in der ersten Halbzeit unter anderem aus dem offiziellen Polizeibericht. 19 Beamte wurden demnach verletzt, auch durch den angeblichen Einsatz von Pfefferspray durch die Fans. Ordner und Beamte seien “massiv angegriffen“ worden. “Durch das besonnene aber konsequente Zusammenwirken aller eingesetzten Kräfte“ habe sich die Lage beruhigt. Davon, dass man das Geschehen, wenn man vor Ort war, auch ganz anders wahrnehmen konnte, ist nur vereinzelt zu lesen.” Und weitere, das Vorgehen der Polizei rechtfertigende Aussagen vom bereits erwähnten Eintracht-Vorstand Hellmann kommentiert er scharfzüngig: “Ja, es gab ein großes Aufgebot von Polizei und Ordnungskräften. Aber in der Gesamtbetrachtung scheint das notwendig gewesen zu sein“, sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann nach dem Spiel – und verdrehte dabei Ursache und Wirkung.”
  • Das Magazin 11Freunde wirft völlig zu recht die Frage auf „wieso [...] den Beteiligten nicht klar [war], dass 500 Leute vor dem Stadion ein größeres Problem darstellen würden als Zaunfahnen im Fanblock?“ Dem Autor des Artikels, Andreas Bock, könnte man im Sinne von Axel Hellmann antworten: “Andi, altes Dummerchen, hast Du’s immer noch nicht verstanden? Und wenn die Leute vor den Stadiontoren mit Granaten aufeinander losgehen, alles scheißegal, Hauptsache IM Stadion gab’s keine  Püüüüüüüü-Ro!” Wenn’s nicht so traurig wäre, man könnte schallend lachen.
  • Ernsthaft: Ein großes Lob möchten wir den hier aufgeführten Journalisten aussprechen, die sich die Mühe gemacht haben, sich selbst ein Bild zu machen, statt per Strg+C und Strg+V den Polizeibericht bzw. die Agenturmeldungen zu übernehmen. So stellen wir uns Recherche vor!
  • Zu guter Letzt sei auch noch auf die Mitteilung des FCN hingewiesen: Wie diese zu werten ist, sei jedem selbst überlassen: “Vorkommnisse in Frankfurt: “Ein falsches Signal

 

Erstes Jour fixe mit dem Verein

07.12.2012

Autor: Sandale   |   Kategorie(n): Aufsichtsrat, BAC, Fanszene, Verein

Erstes „Jour fixe” bringt konstruktive Gespräche

Im Rahmen eines “Jour fixe” traf sich das BAC am Mittwoch mit Finanzvorstand Ralf Woy und Fanbetreuer Jürgen Bergmann in den Stuhlfauth Stuben. Als Vertreter der gewählten Fanaufsichtsräte war Chris Ehrenberg ebenfalls anwesend.

Das Gespräch lässt sich als angeregt, konstruktiv und sehr ehrlich zusammenfassen. Unter anderem wurde ein Lob an den Verein für das Abschaffen der Torhymne ausgesprochen, es wurde erneut über das Sicherheitspapier diskutiert und die JHV resümiert.

Wir bedanken uns beim Verein für dieses Gespräch und freuen uns auf eine Wiederholung in regelmäßigen Abständen. Diese Art von ehrlicher Kommunikation auf Augenhöhe hat Vorbildcharakter für alle Fußballszenen in Deutschland.

Ausdrücklich möchten wir uns nochmals an alle Mitglieder/Fans richten, falls ihr Vorschläge, Wünsche, Anregungen o.ä. habt, könnt ihr uns das gerne über das Kontaktformular mitteilen.

 

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